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Lustfahrt an die Elbe für Darmstadt 98

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Von: Jakob Böllhoff

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Stets unter Strom: Lilien-Coach Torsten Lieberknecht.
Stets unter Strom: Lilien-Coach Torsten Lieberknecht. © dpa

Die Lilien spielen an diesem Freitag beim großen Hamburger SV - so etwas wie ein Lieblingsgegner der Darmstädter.

Zu den unangenehmen Begleiterscheinungen des anhaltenden Zweitligaaufenthalts gehört für den Hamburger SV zweifellos der jährliche Besuch aus Darmstadt. Es besteht eine Kreiskausalität: Weil die Hamburger Fußballer es partout nicht schaffen, ihre Heimspiele gegen die Darmstädter zu gewinnen, fehlen ihnen am Ende des Geschäftsjahres entscheidende Punkte zum Aufstieg, wodurch die Darmstädter in der nächsten Saison erneut mit frechem Grinsen auf der Zweitligamatte stehen und dem HSV die Punkte klauen und den Glauben an sich selbst, wodurch der HSV, nun ja, wieder von vorne anfangen muss.

Keines der vergangenen sechs Spiele im Volksparkstadion haben die Lilien verloren. Viermal gewannen sie. Kein Wunder also, dass die Vorfreude auf den Auftritt an diesem Freitagabend (18.30 Uhr/Sky) im hohen Norden mal wieder groß ist im Darmstädter Lager, während sich in Hamburg dieses ganz bestimmte, latent ungute Gefühl einstellt.

„Wir haben alle eine riesige Lust auf die Fahrt nach Hamburg. Das merkt man in der Mannschaft“, hat der Darmstädter Mannschaftskapitän Fabian Holland in dieser Woche gesagt: „Wir haben Selbstvertrauen und die Qualität, jeden Gegner zu schlagen.“

„Ein Privileg“

Bestens gelaunt und bestens in Form bricht die Reisegruppe um Cheftrainer Torsten Lieberknecht auf, das 0:2 zum Saisonauftakt bei Jahn Regensburg war schnell verknabbert, es folgten drei Siege, man steht jetzt auf Tabellenplatz drei und dadurch die Frage im Raum, ob dieses Team erneut mitmischen kann im Aufstiegsrennen. Wenig spricht dagegen dieser Tage. Zuletzt begeistert der SVD im Heimspiel gegen Hansa Rostock (4:0) sein Publikum.

Auch die Hamburger, sportlich relativ unbeeindruckt von den endlosen Querelen in den Vereinsgremien, stehen bei neun Punkten, und Lieberknecht, ein höflicher Mensch mit gutem Gespür, wähnt den Traditionsklub auf dem richtigen Weg. „Der HSV gehört in die erste Liga. Ich glaube, dass sie dieses Jahr dran sind, aufzusteigen“, sagte der 49-Jährige, der es als „Privileg für Darmstadt 98“ bezeichnete, gegen die Hanseaten spielen zu dürfen. Denn: „Gefühlt ist der HSV kein Zweitligist. Der Klub hat eine große Wucht in Deutschland.“ Eine Wucht, die sich allerdings immer wieder gegen den Klub selbst wendet. Nette Worte jedenfalls, nach denen es Lieberknecht und Co. womöglich leichter fällt, die Punkte zu entführen aus dem Volksparkstadion, mit besten Grüßen. Wie immer.

Allerdings droht den Darmstädtern ein Sturmproblem für den Freitagabend. Bis zuletzt war unklar, ob Oscar Vilhelmsson (Schienbeinverletzung) und Torjäger Phillip Tietz (Verdacht auf Nasenbeinbruch) spielen können.

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