Dortmunds Trainer Lucien Favre. 
+
Dortmunds Trainer Lucien Favre. 

Volltreffer: Lucien Favre

Lulu, der Glückliche

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
    schließen

In der Ruhe liegt die Kraft, vor allem für Dortmunds Trainer Favre.

Lucien Favre mag die Ruhe, er mag es, regelmäßig zurückzukehren in seine Schweizer Heimat, ins Dörfchen Saint-Barthélemy im Kanton Waadt. Dort, im tiefsten Westen der Alpenrepublik, wo nur rund 800 Menschen leben und es keinen Supermarkt gibt, sucht er – Spitznamer Lulu – gerne Zuflucht, um sich gemeinsam mit Gattin Chantal vom betriebsamen Alltag als Fußballtrainer zu erholen.

Insofern bringen diese sicher auch für den Dortmunder Trainer seltsamen Corona-Tage durchaus Aspekte mit, die ihn gar nicht so sehr stören werden. All die lauten Nebengeräusche rund um solch ein Bundesligaspiel sind plötzlich heruntergepegelt, stattdessen ist das Geschehen auf dem Rasen wahrnehmbarer denn je. Lucien Favre ist der Mann mit dem idealen Naturell für diese Zeiten. Und so wirkt der 62-Jährige, der am Dienstagabend mit seiner Borussia bekanntlich den FC Bayern zum Duell der Ligabesten herausfordert, längst nicht mehr wie ein von der Unvollständigkeit des Dortmunder Spiels gequälter Trainer, sondern wie ein glücklicher Coach.

Der glanzlose, aber verdiente 2:0-Sieg am Samstag in Wolfsburg, den Raphael Guerreiro und Achraf Hakimi herausschossen, war für den BVB bereits der sechste nacheinander. Neun der zehn Rückrundenpartien entschieden die Schwarz-Gelben für sich und holten damit 27 von 30 möglichen Punkten. Der Tabellenzweite scheint gewappnet für das Heimduell gegen die vier Zähler besser dastehenden Münchner, und das obwohl die Borussia personelle Probleme plagen. Mats Hummels musste in Wolfsburg mit Achillessehnen-Beschwerden zur Pause raus, soll aber gegen die Bayern spielen können. Axel Witsel ist noch ohne Einsatzzeit seit dem Re-Start, Jadon Sancho kommt nur auf 36 Minuten, Marco Reus ist sowieso seit Februar verletzt.

Den einstigen Grübler Favre aber lässt das alles kalt in Corona-Zeiten, er sagt lieber: „Als positiv empfinde ich, dass die Spieler mich als Trainer im Stadion jetzt besser hören können.“ In der Ruhe liegt die Kraft, vor allem für Lulu, den Glücklichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare