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Luka Modric hört nicht auf

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Von: Frank Hellmann

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Spaß mit dem Sohnemann: Luka Modric. Foto: dpa
Jubel mit der Tochter: Luka Modric. © dpa

Luka Modric hat nach dem Sieg Kroatiens im kleinen Finale gegen Marokko weiterhin viel Spaß am Fußball - an ein Karriereende denkt er nicht.

Luka Modric ist 37, aber nach dem 2:1-Erfolg im kleinen Finale gegen Marokko tollte der kroatische Ausnahmekicker mit Gattin Vanja und den beiden Kindern so vergnügt über den Rasen, als handele es sich beim Khalifa Stadium um einen Freizeitpark. Nach solch rührigen Szenen und 162 Länderspielen seine Nationalmannschaftskarriere zu beenden, daran dachte er nicht mal im Entferntesten. Er will „definitiv“ noch das Finale der Nations League im Sommer 2023 spielen, richtete Modric aus, schließlich hat sich Kroatien neben Italien, Niederlande und Spanien qualifiziert. Er könne sich auch ein „paar Qualifikationsspiele für die EM 2024“ vorstellen, sagte der bis Saisonende an Real Madrid gebundene Mittelfeldspieler.

Für viele Landsleute ist klar, dass der unverwüstliche Stratege bei der Endrunde in Deutschland mitspielen möchte. Der Spielmacher hatte zwar nicht den prägendsten Einfluss auf diese teilweise umkämpfte Partie, aber er kleidete den Erfolg in den historischen Kontext. „Als Kroatien 1998 Dritter wurde, habe ich davon geträumt, da auch einmal hinzukommen. Wir haben bewiesen, dass wir zu den Größten zählen!“

Was die Kroaten im vergangenen Vierteljahrhundert erreicht haben, ist bemerkenswert. Das junge Land an der Adria, mit etwas mehr Einwohner als Berlin, ist nun WM-Dritter 1998, WM-Zweiter 2018 und WM-Dritter 2022 geworden. Zum Vergleich: Seitdem kam das hochgelobte Spanien nur 2010 unter die letzten Vier, war da immerhin Weltmeister. Und die Engländer? Waren 2018 WM-Vierter, im Halbfinale eben den Kroaten unterlegen. Podiumsplätze seitdem? Fehlanzeige.

Dieses Spiel um den Trostpreis hatte tatsächlich viel mehr Sinn, als der spaßbefreite Kick zwischen Belgien und England (2:0) vor vier Jahren in Russland. Damals konnten zwei stolze Nationen die Enttäuschung übers verpasste Finale nie aus den Kleidern schüttelten, diesmal schafften das beide Halbfinalverlierer schon, die in der ersten Halbzeit ein ordentliches Spiel zeigten, das sehenswerte Tore von Josko Gvardiol (7.) und Mislav Orsic (42.), beim Ausgleich von Achraf Dari (9.), entschieden.

Störend war allerdings, wie sich viele Marokkaner verhielten. Ständig wurde der unsicher wirkende katarische Unparteiische Abdulrahman Al Jassim bedrängt, Abertausende marokkanische Fans stimmten bei der Ehrung Rufe wie „Fifa Mafia“ an. Verteidiger Achraf Hakimi geriet offenbar in den Katakomben in ein Wortgefecht mit Fifa-Präsident Gianni Infantino, entschuldigte sich später aber. Trainer Walid Regragui sagte, den Unparteiischen anzugehen sei „nicht der marokkanische Weg.“ Verlieren müssen sie offenbar noch lernen, die neuen WM-Lieblinge aus Afrika.

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