Stürmer Timo Werner zieht es in die Premier League. Jan Woitas/AFP
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Stürmer Timo Werner zieht es in die Premier League. 

FC Chelsea

London statt Leipzig

Timo Werner sagt Goodbye und geht zu Chelsea nach England.

Für Timo Werner wird ein Traum wahr, RB Leipzig macht kräftig Kasse: Mit warmen Worten verabschiedete sich der Nationalstürmer zum FC Chelsea ins Fußballer-Paradies Premier League nach England – und stieg mit einer Ablöse von 53 Millionen Euro zum zweitteuersten RB-Transfer der Vereinsgeschichte auf. „Ich hatte vier großartige Jahre in Leipzig“, sagte Werner. Der Schritt ins Ausland sei immer schon sein Traum gewesen.

Schon am Samstag wird Werner gegen Dortmund sein letztes Heimspiel für RB bestreiten, eine Woche später folgt die Abschiedsvorstellung in Augsburg. Die Bundesliga verliert eines ihrer Aushängeschilder vor einer Geisterkulisse. Klar ist seit der Bestätigung des Transfers am Donnerstagvormittag auch, dass Werner bei der Fortsetzung der Champions League im August nicht für Leipzig spielen wird. Sein neuer Klub erwartet ihn schon im Juli, zuvor soll noch der Medizincheck erfolgen.

Werner war 2016 für 14 Millionen Euro von Stuttgart nach Leipzig gewechselt. Nach dem geplatzten Bayern-Wechsel verlängerte der 24-Jährige im Sommer seinen Vertrag bis 2023 – ließ sich dabei jene Klausel einbauen, die Chelsea nun zog. Werner wird sportlich schwer zu ersetzen sein: In 157 Spielen für Leipzig schoss er 93 Tore, bereitete weitere 40 vor – eine Weltklasse-Quote.

Erst am Mittwoch hatte Werner gegen Fortuna Düsseldorf seine Qualitäten gezeigt. Nach der Führung durch Kevin Kampl erhöhte der Angreifer mit seinem 26. Saison-Tor auf 2:0. Dass es am Ende gegen den Abstiegskandidaten nur zu einem 2:2 reichte, erhöhte den Frust-Level bei den Sachsen massiv. Nun sei die sichere Qualifikation für die Champions League wieder mit viel Druck verbunden, sagte Trainer Julian Nagelsmann. „Gegen Dortmund müssen wir liefern.“

Selbst in seinen Worst-Case-Planungen, so hatte es RB-Boss Oliver Mintzlaff vor einigen Wochen kommuniziert, ist die Teilnahme an der Königsklasse fest vorgesehen. Leipzig braucht die Einnahmen, um dauerhaft ein Herausforderer der Bayern und des BVB zu werden. Selbst mit der Champions League kalkuliert RB im schlechtesten Fall mit Mindereinnahmen von etwa 20 Millionen Euro, da man unter anderem davon ausgeht, bis Jahresende ohne Zuschauer zu spielen. Ohne eine Teilnahme am wichtigsten Europapokal dürfte sich der Einnahmeverlust verdoppeln. Da schafft selbst die Werner-Ablöse nur wenig Spielraum auf dem Transfermarkt.

Der Vorsprung vor Platz fünf ist mit vier Punkten nur auf den ersten Blick komfortabel. Denn Mönchengladbach (Paderborn, Hertha) und Leverkusen (Hertha, Mainz) haben das deutlich einfachere Restprogramm. RB steht bereits am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Dortmund unter Druck – zumal man noch kein Geisterspiel im eigenen Stadion gewann. „Wir müssen noch zwei Punkte holen“, rechnete Kevin Kampl vor. „Da können wir gegen Dortmund anfangen. Irgendwann müssen wir mal wieder zu Hause gewinnen.“ (dpa)

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