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Jubel in Russland: die deutschen Elitekicker feiern den Sieg im Confed Cup.
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Jubel in Russland: die deutschen Elitekicker feiern den Sieg im Confed Cup.

Kicker-Nachwuchs

Löws Labor

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Heerscharen an Fußball-Strebern in Deutschland lauern auf die große Karriere im A-Team. Ein Kommentar.

Die Jubelorgien der deutschen U21-Spieler sind aus Polen so wunderbar frisch und unverbraucht bei uns im Land angekommen, wie wir es von abgezockten Fußballprofis gar nicht mehr gewöhnt sind. Die Wahrheit ist aber auch: Die derzeit beste U21-Mannschaft Europas ist im eigenen Land nur die zweitbeste U21-Mannschaft. Denn die Besten ihrer Jahrgänge waren nicht in Polen, sondern in Russland beim Confed-Cup, und auch sie bildeten nur die zweite Reihe, weil die Allerbesten auf Anraten des Bundestrainers irgendwo am Strand liegen durften. Das hat zu einer Kettenreaktion geführt, bei der sehr viel Energie frei wurde. Sehr viel besser hätte es das Fußball-Labor Löw nicht entwickeln können. Für jeden Einzelnen der Feiergesellschaft von U21-Coach Stefan Kuntz bedeutet das bei allem berechtigten Überschwang: Auch, wenn sie sich dieser Tage so wunderbar in den Fokus gespielt haben – um nächstes Jahr bei der WM dabei zu sein, müsste schon ein kleines Wunder geschehen. Joachim Löw hat am Wochenende in St. Petersburg den guten Wein mit schlichtem Leitungswasser gemischt, als er kühl darauf hinwies, die vielen Talente stünden noch ganz am Anfang, der Weg in die Weltklasse sei hart und weit.

Joachim Löw denkt weiter

Aber zu seinem Jobprofil gehört es auch, über 2018 hinaus zu denken. Nach dem Titelgewinn 2014 beendeten Philipp Lahm, Miroslav Klose und Per Mertesacker ihre Karrieren von sich aus. Es folgten 2016 Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski, die – bei allem Respekt für ihre fußballerische Lebensleistung – zwei Jahre zu spät ihren Platz räumten. Löws Nibelungentreue für die Platzhirsche war aus Gründen der Geselligkeit verständlich, hat sich aber sportlich nicht als klug erwiesen.

Nach der WM im nächsten Jahr dürften Männer wie Benedikt Höwedes (29), Sami Khedira (30) und Mario Gomez (31) sehr ernsthaft darüber nachdenken oder dezent gedrängt werden, sich aus der Nationalmannschaft zurückzuziehen. Dann wird Löws Drei-Generationen-Haushalt hilfreich sein, um Alternativen nicht nur für die Kochnische bereitzustellen, sondern auch für die ganz großen Mahlzeiten. Den heißen Atem von Niklas Süle (21), Leon Goretzka (22) und Timo Werner (21) spüren die Etablierten schon jetzt im Nacken, Heerscharen an Fußball-Strebern lauern auf die große Karriere im A-Team. Laborleiter Löw hat alle Möglichkeiten, mit neuen Versuchsreihen sein Ziel zu erreichen: die Titelverteidigung 2018. Das Land erwartet, seit diesem Wochenende umso mehr, nicht weniger als dies.

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