Gute Laune: Manchester City-Trainer Pep Guardiola inmitten seiner Spieler.
+
Gute Laune: Manchester City-Trainer Pep Guardiola inmitten seiner Spieler.

Die wertvollsten Fußballklubs der Welt

Liverpool, City, Real Madrid, Bayern: Wer gehört wem?

  • Steffen Herrmann
    vonSteffen Herrmann
    schließen

Von woher das Investorengeld für Spitzenvereine kommt und wer wo das Sagen hat.

Die Eigentümerverhältnisse in europäischen Großklubs haben erheblichen Einfluss auf deren Erfolg. Ein Überblick:

FC Liverpool: Möglich machte den ersten nationalen Titel seit 30 Jahren auch das Geld der Fenway Sports Group, welcher der Klub seit Oktober 2010 gehört. Damals zahlte der US-Konzern umgerechnet rund 350 Millionen Euro. Einen Anteil an Liverpool hält auch US-Basketball-Star LeBron James, der mit der Fenway Sports Group zusammenarbeitet.

Manchester City: Die Citizens gehören zu 86 Prozent der City Football Group (CFG) von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan – einem Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi. Knapp 14 Prozent der Anteile hält eine Holding aus China. Über die City Football Group sind Citizens mit anderen Fußballklubs wie New York City FC und Melbourne City FC vernetzt. Im vergangenen November erwarb der US-Investor Silver Lake CFG-Anteile von rund zehn Prozent und zahlte dafür 500 Millionen Dollar. Das machte die CFG nach eigenen Angaben zum wertvollsten Fußballkonzern der Welt – mit einer Bewertung von rund 4,3 Milliarden Euro.

Manchester United: Der Lokalrivale ist seit 2005 Eigentum der US-amerikanischen Glazer-Familie um Patriarch Malcom Glazer. Inzwischen ist Sohn Joel Klub-Präsident. Seit 2012 ist United an der New Yorker Börse gelistet,

FC Chelsea: Der starke Mann des Londoner Stadtteilklubs heißt seit 2003 Roman Abramowitsch. Der russische Oligarch zahlte damals rund 165 Millionen Euro für die Blues und hat noch mal mehr als eine Milliarde Euro investiert. Inzwischen ist der FC Chelsea mehr als zwei Milliarden Euro wert.

FC Arsenal: Bei den Gunners tobte bis 2018 ein Machtkampf, dann war klar: Stan Kroenke, Milliardär aus den USA, ist der starke Mann in Nordlondon. Bis dahin hatte der Unternehmer bereits 67 Prozent aller Arsenal-Aktien. Nachdem er weitere 30 Prozent von einem Miteigentümer gekauft hatte, konnte er alle anderen Anteilseigner aus dem Verein drängen. Kroenke besitzt auch mehrere Sportteams in den USA.

Tottenham Hotspur: Die Spurs gehören zu 82 Prozent einer Investmentgesellschaft des englischen Milliardärs Joe Lewis. Alle anderen Anteilseigner halten jeweils weniger als drei Prozent.

AC Mailand: Italien, China, USA – die Fans der Rot-Schwarzen haben einige Eigentümerwechsel erlebt. Nachdem der Klub jahrzehntelang in der Hand eines Unternehmens von Silvio Berlusconi war, hielten 2017 chinesische Investoren das Ruder. Aber weil den Chinesen das Geld ausging, übernahm ein US-Hedgefonds den Klub schon im folgenden Jahr.

Inter Mailand: Der Stadtrivale wird weithin aus China gesteuert. Dort sitzt der chinesische Elektronikhändler Suning Commerce, dessen Gründer Zhang Jindong zu den reichsten Chinesen gehört. Für rund 70 Prozent von Inter zahlte er 2016 rund 270 Millionen Euro. Der indonesische Geschäftsmann und Minister Erick Thohir hält knapp 31 Prozent.

Juventus Turin: Der Serienmeister ist mehrheitlich in der Hand der Unternehmerfamilie Agnelli. Die Fiat-Gründer halten rund 64 Prozent der Anteile, knapp 25 Prozent sind in Streubesitz.

Paris Saint-Germain: Beim französischen Hauptstadtklub haben seit 2012 Investoren aus Katar um Nasser Al-Khelaifi das Sagen. Al-Khelaifi gilt als mächtigster Mann des französischen Fußballs und ist zudem Mitglied des WM-Organisationskomitees 2022.

Real Madrid und FC Barcelona: Die beiden spanischen Topklubs gehören ihren Mitgliedern, genau wie Schalke 04 .

Bayern München: Die Aktiengesellschaft des deutschen Serienmeister ist zu 75 Prozent in der Hand des Stammvereins. Adidas, Allianz und Audi halten jeweils knapp 8,3 Prozent.

Borussia Dortmund: Der BVB ist schon seit 1999 börsennotiert. Knapp 60 Prozent der BVB-Aktien sind in Streubesitz, je rund zehn Prozent halten die Evonik AG und Aufsichtsratsmitglied Bernd Geske, je rund fünf Prozent der BVB e.V. (mit Stimmrechtsmehrheit!), Puma und Signal Iduna.

Hertha BSC: Die Berliner sollen nach den Wünschen des Investors Lars Windhorst zum „Big City Club“ werden. Windhorst soll über seine Investmentfirma ab Oktober 66,6 Prozent der Aktien halten. Stimmrecht hat er nur zu 49,9 Prozent.

Kommentare