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Ein Fußballer aus einer anderen Welt: Lionel Messi.

Ausnahme-Fußballer

Messis Manifest

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Selbst der Gegner klatscht beim Hattrick: Lionel Messi schießt drei Tore - aber wie. 

Es ging um das Wie, nicht um das Dass. Wenn das Außergewöhnliche die Normalität ist, ist es schwierig, Highlights zu setzen, und dass der Fußballer Lionel Messi am Wochenende drei Tore in einem Spiel geschossen hat in Spanien, ist nicht der Meldung wert, eigentlich. Tut er das nicht ständig? Tatsächlich gelang dem Argentinier am Sonntag beim 4:1-Sieg bei Betis Sevilla der 45. Hattrick seiner Profikarriere.

Doch es ging ja um das Wie.

Das Wie war so, dass nach Messis letztem Tor in Andalusien, kurz vor Spielende, sich auch viele der gegnerischen Fans von ihren Plätzen erhoben, um dem kleinen Mann Beifall zu spenden. Messe für Messi. Der 31-Jährige hatte den Abend im Flutlichtschein mit einem Tor komplettiert, für welches das Wort Traumtor zu klein ist. Kein Lupfer, kein Schlenzer, kein Spannschuss, nichts von dem und doch alles gleichzeitig, im Vorübergehen von der Strafraumgrenze. Eine beiläufige Tätigkeit auf dem Weg zum Torjubel, ein Manifest der Leichtigkeit.

Lionel Messi mit Freistoß, ganz normal und einmal mehr als ein Traumtor

Das 1:0 (18.) war ein perfekter Freistoß, das 2:0 (45.+2) ein für Messis Maßstäbe spektakulär unspektakulärer Schuss aus kurzer Distanz; auch für die Basics ist sich der Meister nicht zu schade. „Messi, Messi“-Sprechchöre hallten zum Schluss durchs Estadio Benito Villamarin. „Ich habe noch nie erlebt, dass Fans des Gegners so reagiert haben. Ich bin extrem dankbar dafür“, sagte der Gefeierte.

Schon unter der Woche, beim 5:1-Erfolg gegen Olympique Lyon, mit dem Barça entspannt ins Viertelfinale der Champions League einzog, hatte Messi mit zwei Treffern geglänzt. Die Drei-Tore-Gala seines ewigen Konkurrenten Cristiano Ronaldo, der tags zuvor Juventus Turin beim 3:0 gegen Atletico Madrid eigenmächtig in die nächste Runde beförderte, scheint Messi anzustacheln. Offenbar möchte er nicht in Rückstand geraten beim historischen Vergleich, wer der Bessere von beiden ist.

Der Titel in der Primera Division ist Messi und dem FC Barcelona nach dem Sieg in Sevilla fast nicht mehr zu nehmen. Zehn Spieltage vor Schluss haben die Katalanen zehn Punkte Vorsprung vor Atletico Madrid, das sich zurzeit eine Schwächephase leistet und am Samstag auch in Bilbao verlor.

Eine schlechte Nachricht erreichte Barça allerdings am Montag. Der ebenfalls formstarke Torjäger Luis Suarez, mit 18 Toren zweitbester Torschütze in Spanien hinter Messi (29) und auch in Sevilla erfolgreich, fällt mit einer Knöchelverletzung mehrere Wochen aus, was auch Messi nicht gefallen kann. Er weiß: Jede Hauptfigur braucht einen guten Sidekick.

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