Lionel Messi

Das Genie schlägt zurück

Lionel Messi führt den FC Barcelona mit zwei Treffern und zwei Vorlagen ins Viertelfinale und lobt Rivale Cristiano Ronaldo.

Lionel Messi verzichtete auf großes Gehabe. Keine Ego-Show, keine Kampfansagen, und schon gar keine obszönen Jubelgesten. Während um ihn herum längst die Messi-Manie ausgebrochen war, genoss der argentinische Superstar des FC Barcelona den Triumph auf seine Art: unaufgeregt und bescheiden. „Wir sollten jetzt die Ruhe bewahren“, sagte Messi nach seiner Gala beim 5:1 gegen Olympique Lyon. Angespornt vom Dreierpack seines Dauerrivalen Cristiano Ronaldo tags zuvor für Juventus Turin, legte der 31-Jährige mit zwei Treffern und zwei Vorlagen nach. „Cristiano hatte eine magische Nacht“, bemerkte Messi hinterher. Über seine eigene Leistung verlor er kein Wort. Das tut er ohnehin nie. Er lässt andere über sich reden, ohne das zu kommentieren.

Messi und Ronaldo sind seit Jahren die Titelhelden des Millionenzirkus Champions League. Seit 2014 hat immer einer der beiden Giganten des Weltfußballs den Königsklassen-Thron erklommen – und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sich einer von ihnen auch in diesem Jahr die Krone aufsetzt. Die spanische Marca schrieb am Donnerstag angesichts ihrer Weltklasse-Darbietungen in den Achtelfinal-Rückspielen ehrfürchtig von „zwei Riesen, die es verdienen, ein weiteres Finale zu bestreiten“.

Dabei könnte es schon im Viertelfinale zum Showdown der beiden fünfmaligen Weltfußballer kommen. Doch Messi blockte die unvermeidliche Frage zum möglichen Aufeinandertreffen mit seinem ewigen Rivalen ab. Der Auftritt von Ronaldo und den Bianconeri sei zwar „beeindruckend“ gewesen. Aber: „Alle Gegner sind jetzt schwer“, sagte Messi mit Blick auf die Auslosung am Freitag in Nyon.

Ob Juve mit Ronaldo der nächste Gegner wird oder sonst wer: In Katalonien träumen sie inzwischen vom dritten Triple der Vereinsgeschichte (nach 2009 und 2015). Das liegt vor allem am begnadeten Messi, der Barca mit seinen Königsklassentreffern 107 und 108 bereits zum zwölften Mal in Serie in die Runde der besten Acht führte.

Dem großen Zauber des kleinen Angreifers konnte sich am späten Mittwochabend nicht einmal der gegnerische Trainer entziehen. „Wir haben alles getan, was wir konnten, aber wenn er auf diesem Niveau agiert, so motiviert ist, dann ist er einer der besten Spieler der Geschichte“, schwärmte Lyons Coach Bruno Genesio: „Er ist ein Genie. So wie es Ronaldo mit Juventus gemacht hat, hat er sein Team heute Abend getragen.“ Messi sorgte nicht nur mit seinem 1:0 per Strafstoß für den Dosenöffner in der zunächst zähen Partie, sondern bereite zwei Treffer noch traumhaft vor und erzielte das zwischenzeitliche 3:1 mit unnachahmlichen Schlenkern und seinem schwachen rechten Fuß.

„Besser geht es wirklich nicht. Er hat getroffen, verteidigt, vorbereitet, das Spiel angeführt. Er gibt uns alles und auch wenn wir uns daran längst gewöhnt haben, überrascht er uns doch jeden Tag“, sagt Barcelonas Trainer Ernesto Valverde. (sid)

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