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(Noch) nicht richtig angekommen in München: Leroy Sané (rechts).
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(Noch) nicht richtig angekommen in München: Leroy Sané (rechts).

FC Bayern München

Sané und der wunde Po

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Ein- und wieder ausgewechselt. Nationalspieler Leroy Sané war beim Sieg des FC Bayern in Leverkusen der eine Verlierer unter den Siegern. Ein Kommentar.

Karl-Heinz Rummenigge hat sich Sonntag als Stargast des Fußball-Stammtisches „Doppelpass“ an sich selbst erinnert. Damals, als junger Kerl, habe ihm sein Trainer Dettmar Cramer bedeutet: „Der liebe Gott hat dir unglaubliche Talente in die Wiege gelegt. Ich trete dir so lange in den Hintern, bis du Nationalspieler wirst.“ So ist es dann auch gekommen: Rummenigge schaffte es mit wundem Po ins DFB-Team und wurde zum Weltstar.

Der Bayern-Boss hat diese Geschichte in der Hoffnung auf ein Gleichnis erzählt. Es ist eine vage Hoffnung. Rummenigge hofft nämlich, dass viele Tritte in den Hintern von Leroy Sané dazu führen werden, dass der schwer erziehbare Bursche sich am Riemen reißt. Der 24-Jährige war beim 2:1-Sieg in Leverkusen für den verletzten Kingsley Coman in der 32. Minute von Trainer Hansi Flick ein- und in der 68. Minute schon wieder ausgewechselt worden.

Flicks Reaktion auf Sanés Nicht-Leistung - trotz dessen flüchtiger Beteiligung am Ausgleichstreffer - war zweierlei geschuldet: Erstens dem Ziel, mit der bestmöglichen Mannschaft beim Tabellenführer zu gewinnen und deshalb Jamal Musiala für Sané zu bringen. Zweitens: Den Königstransfer dieser Saison non-verbal darauf aufmerksam zu machen, dass es so nicht reicht für den globalen Branchenführer. Flick kann es noch so sehr dementieren: Natürlich war die bewusste Demütigung des Offensivspielers vor einem Millionenpublikum auch eine erzieherische Maßnahme.

Rummenigge sprach davon, Sané müsse „seinen Charakter an den FC Bayern anpassen“ und nannte als Vorbild Thomas Müller. Müller sei „mit Talent nicht so gesegnet wie Sané“, aber Müller hole stets „alles aus sich heraus“. Daran solle sich auch Sané orientieren. Aber kann ein Mentalitätsmonster tatsächlich ein Vorbild für einen Künstler sein?

Viel wird nun davon abhängen, wie der ja nicht ganz blutjunge Mann mit dem monumentalen Selbstbildnis als Tattoo auf dem Rücken auf die Degradierung reagiert. Die ersten Statements klingen so, als habe er kapiert. Aber ob das wirklich so ist, wird sich dann erst auf dem Sportplatz zeigen. Wird Leroy Sané seine sichtbare Unlust, defensiv hart zu arbeiten, immer nur in einzelnen Rückwärtsbewegungen überwinden können? Das wäre zu wenig.

Wird er es schaffen, seine zu Frustration neigende Körpersprache zu bändigen? Sein Talent und Tempo sind außergewöhnlich und überragen seinen Willen bei weitem. Es wäre förderlich für Sané selbst, für die Bayern und fürs DFB-Team, wenn er es schaffen würde, das aneinander anzugleichen.

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