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Der Mainzer Torhüter Robin Zentner im Frust.

RB Leipzig - FSV Mainz 05

Leipzig festigt vierten Tabellenplatz

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Das Schneetreiben in Leipzig bekommt Mainz 05 beim 1:4 nicht gut.

Tapfer geschlagen, aber dennoch verdient, aber etwas zu hoch verloren. So ähnlich lässt sich die 1:4 (1:2)-Niederlage von Mainz 05 bei RB Leipzig in dürren Worten beschreiben. Flemming Poulsen und Timo Werner trafen jeweils doppelt. Leipzig hat mit dem achten Erfolg der laufenden Saison, ganz nach Plan von Trainer Ralf Rangnick, den vierten Tabellenplatz manifestiert und befindet sich auf Kurs zu den reichlich befüllten Futtertrögen der Champions League. Den Mainzern, die nur in der Viertelstunde vor der Pause die bessere Mannschaft waren, tut die Niederlage noch nicht furchtbar weh. Ein Sieg am Mittwochabend daheim gegen Eintracht Frankfurt würde ihnen einen zufriedenstellende Vorrunde bescheren. 

Der Mainzer Torschütze Karim Onisiwo sagte hinterher selbstkritisch: „Wir müssen besser in die Box kommen und mehr Chancen schaffen.“ Und er versprach: „Am Mittwoch werden wir Vollgas geben.“ Die Partie gegen die Eintracht ist, typisch Mainz, noch nicht ausverkauft. 

Als in Leipzig gleich zu Beginn der Schnee fiel, verlor Mainz 05 kurz, aber folgenreich den Durchblick. Wegen der vielen, durch das extreme Leipziger Mittelfeldpressing erzwungenen Ballverluste gerieten die Gäste mehrfach in die Bredouille. Zudem kamen die Roten Bullen gleich zweimal in der Anfangsphase viel zu einfach über die Außen durch. Nach einer Flanke von Kevin Kampl schraubte sich Flemming Poulsen in der 15. Minute um den Mainzer Kapitän Stefan Bell und traf aus zwölf Metern zum 1:0-Führungstreffer. Es war ein Tor, das jenem von Ruud van Nistelrooy anno 2004 verdächtig ähnelte, damals, in einer längst vergangenen Zeit, als der niederländische Mittelstürmer sich kurz vor Schluss um den deutschen Verteidiger Christian Wörns schraubte und mit seinem späten 1:1 das Aus der DFB-Elf bei der EM in Portugal einleitete.

In Leipzig fiel der Däne Poulsen bald wieder auf. Nach Vorarbeit von Timo Werner traf er in der 19. Minute mit links zum 2:0. es war sein bereits achtes Saisontor. Zehn Minute später hätte der seit Wochen in Topform befindliche Angreifer fast das geschafft, was man in der Fußballersprache einen lupenreinen Hattrick nennt. Diesmal kombinierten sich die Sachsen durch die Mitte durch, der Mainzer Verteidiger Aaron blockte Poulsens Schuss aber in höchster Not.

Für Not sorgten die regenerierten Nullfünfer danach aber vor allem im Leipziger Strafraum. Ein Scheibenschießen in der 33. Minute verlief noch erfolglos, fünf Minuten danach flankte der agile Levin Öztunali nach einem Fehler von Marcel Halstenberg präzise auf Karim Onisiwo, der per Kopfball zum 1:2-Anschlusstreffer aus Mainzer Sicht traf – ein gerechter Lohn für die Bemühungen der ganz in blau gekleideten Rheinhessen. Zudem herausgespielt von jenen beiden Spielern, die Trainer Sandro Schwarz neu in die Startelf beordert hatte. 

 Aus der Kabine kamen die Gastgeber nach dem Wechsel dann aber hochkonzentriert und erzeugten Dauerdruck, der leicht schnell mit einem Treffer hätte belohnt werden können. Wurde er aber zunächst nicht. Mehrfach stand der Mainzer Torwart Robin Zentner im Blickpunkt des Geschehens, wobei den Leipzigern mehrfach die letzte Präzision fehlte. Das sollte sich noch ändern.

Schwarz brachte in der 68. Minute Alexandru Maxim für den zuvor recht unsichtbaren Robin Quaison, bald darauf zirkelte Daniel Brosinski einen Freistoß knapp am Gebälk vorbei, ehe Timo Werner mit seinem 3:1 in der 74. Minute zur Vorentscheidung traf. Zuvor hatte Jean-Philippe Gbamin schlampig abgespielt und Diego Demme blitzgescheit reagiert, ehe Nationalspieler Werner gar noch Zentner umkurvte und lässig einschob. Kurz vor Schluss – wieder hatte Gbamin den Ball verloren – vollendet „Speedy“ Werner einen Konter nach Art des Hauses. Er bugsierte den Ball nach einem Supersprint unhaltbar für Zentner in den rechten Winkel. Danach wurde der nunmehr zehnfache Saisontorschütze eifrig bejubelt und umgehend ausgewechselt. „Ich musste mich beeilen, damit ich noch vor der Auswechslung treffe“, witzelte der Doppeltorschütze hinterher. Und der 22-Jährige dementierte ein belastetes Verhältnis zu Trainer Rangnick, nachdem dieser ihn beim Aus in der Europa League am Donnerstag gegen Trondheim 90 Minuten auf der Bank hatte schmoren lassen wie einen Weihnachtsbraten im Ofen.

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