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Kam vom FC Arsenal und soll Schalke 04 noch irgendwie zum Klassenerhalt führen: Sead Kolasinac.
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Kam vom FC Arsenal und soll Schalke 04 noch irgendwie zum Klassenerhalt führen: Sead Kolasinac.

Transfer

Leihen ist das neue Kaufen

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Statt neue Spieler zu kaufen, versucht die Liga ihre – zum Teil auch aufgeblähten – Spielerkader möglichst zu reduzieren. Ein Kommentar zur Transferphase in der Bundesliga.

Luka Jovic zur Eintracht nach Frankfurt, Kolasinac, Huntelaar, William zum FC Schalke 04, Max Meyer nach Köln, Bruun Larsen zum RSC Anderlecht, Kohr und da Costa im Doppelpack zum FSV Mainz 05, Jean-Philippe Mateta auf die Insel zu Crystal Palace, Felix Klaus von Wolfsburg zu Fortuna Düsseldorf, Timothy Fosu-Mensah zu Bayer Leverkusen: Es hat wieder ein hübsches Wechselspielchen eingesetzt in der Bundesliga, und zu Ende ist es noch nicht, erst am Montag schließt das Winter-Transferfenster. Und erneut erhoffen sich die Klubs durch personellen Zuwachs einen kräftigen Schub, in der vagen Hoffnung, gefährdete Saisonziele irgendwie noch zu erreichen oder sich qualitativ zu verbessern, auf den letzten Drücker.

Gewechselt wird also erneut fröhlich hin und her, so als gäbe es kein Morgen, und doch ist vieles anders als sonst. Und natürlich hat das mit diesem heimtückischen Virus zu tun. Derzeit gehen diese Deals fast nur noch auf Basis des Leihgeschäfts über die Bühne; es sind ein Wechsel auf Zeit, feste Verpflichtungen sind aktuell die absolute Ausnahme. Die kann sich kaum noch ein Bundesligist leisten, selbst der große, reiche FC Bayern hält weitgehend die Füße still, nimmt dabei auch einen vernehmlich grummelnden Trainer Hansi Flick in Kauf. Statt neue Spieler zu kaufen, versucht die Liga stattdessen ihre – zum Teil auch aufgeblähten – Spielerkader möglichst zu reduzieren.

Sie alle sind einzig und allein bestrebt, das Geld beisammen zu halten – vielleicht mit Ausnahme von Bayer Leverkusen, das sich Fosu-Mensah leistete, aber halt noch einen ordentlichen Finanzpuffer aus den Verkäufen von Havertz und Volland in fast dreistelliger Millionenhöhe hat. Allen Klubs ist eines gemein, nämlich der Versuch, nur irgendwie wirtschaftlich halbwegs erträglich durch die Krise zu kommen, in der sie viel weniger Einnahmen generieren. DFL-Boss Christian Seifert hat die Horrorzahlen bereits genannt, allein in dieser Saison 2020/21 werden die Bundesligisten einen Umsatzverlust von insgesamt einer Milliarde Euro auszugleichen haben, in der kommenden bei weiterhin ausbleibendem Publikum weitere 800 Millionen.

Angesichts derlei trüben Aussichten ist das Verleihen von Spielern noch eine ziemlich charmante Art der Kostenminimierung bei gleichzeitiger Kaderaufbesserung, zumal kleinere, vertretbare Leihgebühren und gewissen Einsparungen bei Gehaltsverpflichtungen dazukommen. Schmalhans ist damit noch lange nicht Küchenmeister, aber die Liga ist vorsichtiger geworden, vielleicht sogar vernünftiger.

Sicher ist das natürlich nicht.

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