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James Rodriguez hält die Bank warm.

James Rodriguez

Launen einer Diva

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Der Einsatz des Kolumbianers gegen den BVB beschränkt sich auf das Aufwärmen vor der Partie, Kovac verzichtet konsequent auf den Mittelfeldspieler. James versteckt seine Unzufriedenheit nicht.

Es hat schon Spiele in Dortmund gegeben, nach denen Bayern-Profis so schnell die Stätte der Niederlage verlassen wollten, dass sie bereits im Bus saßen, während ihre Dusche noch tropfte. Wenigstens das konnte man James Rodriguez am Samstag nicht nachsagen. Der Duschfaktor mag beim FC Bayern ein offizieller Maßstab für den Grad der Verärgerung sein, und neben Arjen Robben ist auch der Kolumbianer einer, der gerne die Grenzen des Machbaren auslotet. Aber am Samstag trug er noch seine Spielkleidung, als die Ersten bereits zum Ausgang strebten. Entweder James hatte es nicht eilig. Oder er brauchte gar nicht zu duschen.

Sein Einsatz an diesem Abend beschränkte sich auf ein bisschen Aufwärmen. Und das, obwohl die Bayern nach Ausgleich und Rückstand kreative Auffrischung dringend nötig gehabt hätten. Niko Kovac verzichtete auf den Mittelfeldmann mit einer Konsequenz, die stutzig machte. Weder Renato Sanches, der nach 74 Minuten kam, noch Sandro Wagner (82.) verfügen über die spielerischen Kompetenzen, die James bei zwei Weltmeisterschaften und in etlichen Partien für Real Madrid und die Bayern nachgewiesen hat.

Dass er es am Samstag nicht durfte, erklärte Hasan Salihamidzic mit den Wadenproblemen, die James zuletzt behindert hatten. Weitere Erkundigungen wies der Sportdirektor schroff ab: „Haben Sie keine Fragen zum Spiel?“ Für die Bank reichte es aber trotzdem, weswegen zumindest unterstellt werden darf, dass das Verhältnis zwischen dem divenhaften Kicker und dem Trainer sowie zum ganzen FC Bayern einigermaßen schwer belastet ist. Kovacs umfassende Rotationen hatten auch vor ihm nicht Halt gemacht und offensichtlich das Gefühl geweckt, dass er nicht mehr in dem Maße gewollt und gebraucht werde, wie er es sich wünschen würde. Von Spiel zu Spiel hat man James Rodriguez zuletzt dabei zusehen können, wie seine Laune sank.

Komplizierte Gemengenlage

Das ist für die Bayern nicht nur deshalb problematisch, weil sich hartnäckig Gerüchte halten, James strebe trotz eindeutiger Vertragslage (Kaufoption) eine Rückkehr nach Madrid an. Auch kurzfristig sind die atmosphärischen Verstimmungen fatal. In Abwesenheit des verletzten Thiago könnten die Bayern einen spielfreudigen Kreativdirektor bestens gebrauchen.

Vollends kompliziert wird die Gemengelage dadurch, dass James aus seiner Laune keinen Hehl macht. Und sich zuletzt auf eine Weise gerierte, die man durchaus als Provokation empfinden kann. Mal soll er den Handschlag verweigert haben, dann kam er angeblich einige Minuten zu spät zum Abschlusstraining. Isoliert betrachtet mögen das Petitessen sein. Doch im komplexen Sozialgefüge eines Fußballteams ist nichts zu banal, als dass daraus nicht leicht ein Flächenbrand werden könnte.

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