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Musste viele Unzulänglichkeiten anschauen: Joachim Löw.
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Musste viele Unzulänglichkeiten anschauen: Joachim Löw.

Kommentar Länderspiel

Laune verhagelt

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Selten ist Joachim Löw derart unleidlich angetroffen worden wie am spät gewordenen Abend in Kärnten nach der Niederlage gegen Österreich. Ein Kommentar.

In Klagenfurt stand der deutsche Fußball gleich im dreifachen Sinne im Unwetter. Miese Witterung davor, mieses Spiel, miese Stimmung danach. Selten ist Joachim Löw derart unleidlich angetroffen worden wie am spät gewordenen Abend in Kärnten. Dabei war der Bundestrainer zuvor im Trainingscamp in Südtirol noch so auffällig gut gelaunt gewesen. Aber das 1:2 hat dem 58-Jährigen dann die Laune ähnlich konsequent verhagelt wie zuvor das Gewitter den bald vollkommen durchnässten Besuchern des Wörtherseestadions. Die feierten hinterher, als gäbe es kein Morgen mehr. Es sei ihnen gegönnt. Der Sieg war hochverdient.

Die deutsche Niederlage somit auch. Zu viele Unzulänglichkeiten bekam Löw von seinen Spielern präsentiert, als dass er diese routiniert als logische Konsequenz auf die  Belastungen des längsten WM-Vorbereitungstrainingslagers in der DFB-Geschichte hätte zurückführen können. Oder darauf, dass die Österreicher sich als nicht nur hochmotivierte, sondern auch talentierte und bestens organisierte  Mannschaft präsentierten. Insgesamt war das, was Deutschland an diesem nahezu komplett verunglückten Abend zeigte, bis auf einen hellen Moment von Mesut Özil bei dessen Führungstor und Manuel Neuers ordentliche Partie: nichts! Keine Struktur, keine Körperspannung, bestürzende Passqualität, fehlende Konzentration. Murks, wo man auch hinschaute.

Für Löw bietet die kollektive Nicht-Leistung nun immerhin die wundervolle Möglichkeit zur kritischen Ansätzen: die Videoanalyse als Horrorshow. Der Trip nach Österreich könnte – zumal in Kenntnis der Vorstellung der formidablen Franzosen am Tag zuvor beim 3:1 gegen Italien – ein Hallo-Wach-Ruf zur rechten Zeit gewesen sein. Die letzten deutschen Länderspiele gegen Topgegner – Frankreich 2:2, England 0:0, Spanien 1:1, Brasilien 0:1, nie waren die Deutschen die Besseren – lassen ohnehin nicht darauf schließen, dass das DFB-Team Favorit auf die Titelverteidigung ist. Es geht also nicht nur um Hallo-Wach, es geht um Qualität, auch um Qualität in der zweiten Reihe. Alle Beteiligten hatten immer wieder betont, der Kader habe in der Tiefe an Form und Leistung gewonnen. Das mag zwar grundsätzlich stimmen, blieb am Samstagabend allerdings unsichtbar.

Die Konkurrenz wird die Weltmeister in Russland ähnlich unverzagt über den Platz zu  jagen versuchen wie die nicht für die WM qualifizierten Österreicher. Insoweit war Klagenfurt eine wichtige Versuchsanordnung und sicher keine komplett vergeudete Zeit. Es hätte also noch viel schlimmer kommen können. Dann nämlich, wenn das Spiel erst gar nicht angepfiffen worden wäre.  

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