U21

Langes Grübeln in Tirol

Kuntz muss vier Profis für U21-EM streichen.

Ihre großen Ziele haben Mahmoud Dahoud, Florian Neuhaus und Co. in Südtirol täglich vor Augen. „EM 2019 – Olympische Spiele 2020 – EM 2024“ steht auf den Scheiben am Trainingsplatz, auf dem die U21-Nationalmannschaft derzeit für den großen Traum von der Titelverteidigung schwitzt. Für vier Spieler ist am Donnerstag allerdings Endstation, dann nämlich gibt DFB-Trainer Stefan Kuntz seinen finalen EM-Kader bekannt.

Schon jetzt steht fest, dass die ganz großen Namen fehlen werden. Leroy Sane und Timo Werner etwa, aber auch Thilo Kehrer, Julian Brandt oder Kai Havertz wären zwar spielberechtigt, sind bei der EM in Italien und San Marino aber nicht am Start. Eine Überraschung ist das nicht: Sie alle haben längst den Sprung in die A-Mannschaft von Joachim Löw geschafft, das U21-Trikot haben Werner und Co. zum Teil seit Jahren nicht mehr getragen.

Immerhin: Kapitän Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) und Lukas Klostermann (RB Leipzig) werden nach ihren Einsätzen im Löw-Team die Strapazen auf sich nehmen und direkt zur U21 fliegen – pünktlich zum EM-Auftakt gegen Dänemark am 17. Juni in Udine. „Großartig“, nennt das Kuntz, der noch fünf U21-Europameister von 2017 im Team hat: Dahoud, Levin Öztunali, Waldemar Anton, Lukas Klünter und Nadiem Amiri. Ein paar Fragezeichen gibt es dennoch, zumal Amiri (TSG Hoffenheim) und Arne Maier (Hertha BSC) angeschlagen sind. „Es wird sogar noch schwerer, als ich es mir vorgestellt habe. Was ich im Kopf hatte, ist nicht mehr drin“, sagte Kuntz bei Sky Sport. Kuntz wird der Uefa die 23 Namen daher erst nach dem Abendtraining (17.30) melden, spätestens um 23.59 Uhr. Die offizielle Kaderbekanntgabe durch den DFB erfolgt daher möglicherweise erst am Freitag.

Das lange Grübeln hat seinen Grund, schließlich steht viel auf dem Spiel. Nicht zuletzt werden bei der EM die vier europäischen Olympiatickets für 2020 vergeben. Das Zeug für den großen Wurf hat die U21 allemal, auch ohne Sane und Co.. Schließlich verzichten auch die anderen Teams auf die ganz großen Namen. Dortmunds Jordan Sancho etwa gehört ebenso wenig zum England-Aufgebot wie Italiens Schlussmann Gianluigi Donnarumma (AC Mailand). Größte Stars bei dem Turnier werden wohl der Noch-Frankfurter und Bald-Madrilene Luka Jovic bei Serbien oder der Franzose Houssem Aouar von Olympique Lyon, dessen Marktwert auf 45 Millionen taxiert wird.

Bis Dienstag aber wird das DFB-Team noch ein paar Tage in Südtirol schwitzen. Dort also, wo schon die Nationalmannschaft vor den Weltmeisterschaften 1990 und 2014 die Grundlagen für ihre Titelmission legte. Das Ergebnis ist bekannt. (sid)

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