Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

UFO-Sichtung in St. Gallen: Robin Gosens beobachtet kritisch den störrischen Ball, während er den Liechtensteiner Yanik Frick abschüttelt.
+
UFO-Sichtung in St. Gallen: Robin Gosens beobachtet kritisch den störrischen Ball, während er den Liechtensteiner Yanik Frick abschüttelt.

Nationalmannschaft

Lahmes Debüt von Hansi Flick: DFB-Team völlig uninspiriert

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

Im ersten Spiel unter dem Bundestrainer gewinnt das deutsche Team gegen Fußballwinzling Liechtenstein lediglich 2:0.

St. Gallen - Die geplante Aufbruchstimmung hat der neue Bundes-Hansi Flick bei seinem Debüt nicht verbreiten können. Aber immerhin gab es auch für das nur noch nicht einmal bedingt zufriedenstellende 2:0 (1:0) der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gestern Abend gegen Liechtenstein drei Punkte, die das DFB-Team dringend benötigt, um nicht vom Weg nach Katar abzukommen. Dort, wo im November und Dezember kommenden Jahres eine fragwürdige Weltmeisterschaft stattfindet.

Einen viel kleineren Zwerg als Liechtenstein, 189. der Weltrangliste hinter Bangladesch und vor Brunei, hätte Hansi Flick als Auftaktgegner kaum vorfinden können. Es war erwartet worden, dass der 56-Jährige leichter Hand vor Rudi Völler (im Sommer 2000 4:1 gegen Spanien) und Joachim Löw (2006 3:0 gegen Schweden) als Bundestrainer mit dem höchsten Auftaktsieg in die Annalen eingehen würde. Es kam nicht so. Irgendwelche Voraussagen lassen sich daraus angesichts der Harmlosigkeit des Gegners allerdings keineswegs ableiten. Aber Begeisterung beim Publikum, wie von Trainer und Spielern erwartet, kickt man sich so sicher nicht zusammen.

WM-Qualifikation: Deutschland gewinnt 2:0 gegen Liechtenstein

Flicks Aufstellung brachte ein paar Überraschungen: Timo Werner, Ersatzmann beim FC Chelsea, durfte stürmen, Thilo Kehrer und nicht Antonio Rüdiger verteidigte neben Niklas Süle, Leroy Sané bekam eine Chance und Ilkay Gündogan den Vorzug vor Leon Goretzka auf der Doppelsechs neben Kapitän Joshua Kimmich. Jamal Musiala durfte im sechsten Länderspiel erstmals von Beginn an mitmachen und nicht nur in der Nachspielzeit, wie zuletzt beim EM-Aus in Wembley.

Torwart Benjamin Büchel (32) vom FC Vaduz würde am Donnerstagabend sicher zu den bemitleidenswerteren Menschen in St. Gallen gehören, hatte man zuvor gedacht, genau wie die Innenverteidiger Daniel Kaufmann (30), Andreas Malin (27) und Jens Hofer (23). Stattdessen räumte das Quartett die lange vorhersehbaren und uninspirierten Angriffe der Deutschen zunächst relativ problemlos ab.

Hinzu kam eine gewisse Ziellosigkeit im deutschen Spiel, die unter anderem Ilkay Gündogan so dokumentierte: Erster Schuss (15. Minute) 15 Meter vorbei, zweiter Schuss (32.) sieben Meter vorbei, dritter Schuss (40.) drei Meter drüber, vierter Schuss (45.) zwei Meter vorbei. Immerhin eine Art von Annäherung, die Hoffnung auf die zweite Halbzeit machte. Zur Pause führten die Gäste wenigstens 1:0 und waren somit einer noch größeren Teil-Blamage zu diesem Zeitpunkt entkommen. Musiala, bis dahin kaum auffällig, hatte auf Timo Werner durchgestochen, der mühelos traf (41.).

Debüt von Hansi Flick verläuft eher zäh

Flick nahm die zähen Bemühungen lange Zeit äußerlich recht gelassen zur Kenntnis. Aber natürlich war ihm schnell aufgefallen, dass all das, was zuvor versprochen worden war, nicht recht funktionierte. Die Pässe: viel zu lasch. Die Chipbälle aus dem Halbfeld: lange im Voraus erkennbar. Die Flanken: egal ob hoch oder flach: zu ungenau. Das Kombinationsspiel: allzu behäbig.

In der Statistik mangelnder Präzision nahm Ridle Baku in der ersten Halbzeit klar die Führungsposition ein. Hätte er nicht nachweislich in einem weißen Trikot gespielt – man hätte glatt annehmen können, der Wolfsburger würde in seinem zweiten Länderspiel von Beginn an für Liechtenstein unterwegs sein. Der rechte Verteidiger, de facto Rechtsaußen, stand völlig neben sich. Das tat geraume Zeit auch Leroy Sané, der sich mehrfach verhedderte und bei etwas härterer Bewachung allzu schnell beim Schiedsrichter beschwerte. Zudem wurde er zur Höchststrafe vom Liechtensteiner Rechtsverteidiger Sandro Wolfinger nach 20 Minuten rotzfrech getunnelt.

Ein echtes Fußballspiel, an dem etwas Tiefgründiges für die Zukunft abzulesen gewesen wäre, war es vor knapp 8000 Zuschauern im Kybunpark aber natürlich nicht. Liechtenstein, weniger Einwohner als Kaufbeuren oder Pirmasens, schoss neben einem Kopfball kurz vor Schluss genau einmal aufs Tor: aus etwa 40 Metern flog der Fieldgoal-Versuch des winzigen Aron Sele etwa 15 Meter über Bernd Lenos deutsches Tor. Hinten verteidigten die Fußballgnome mit Inbrunst und allen zehn Feldspielern. Es war dadurch natürlich furchtbar eng um den Strafraum herum.

Auch bei Hansi Flick nimmt die Ungeduld am Ende zu

Nach dem Wechsel sah es zunächst nicht viel besser aus. Das Gestrüpp an Liechtensteiner Beinen und Füßen blieb erst einmal schwer durchdringlich. Flick reagierte nach einer Stunde, brachte Serge Gnabry, Marco Reus und Jonas Hofmann, später noch Goretzka und Debütant Florian Wirtz, weshalb der verletzte Robin Gosens nach 85 Minuten nicht mehr ersetzt werden konnte.

Die Leute aus Deutschland, die zum Zugucken gekommen waren, waren da schon sehr, sehr unruhig geworden. So hatten sie sich den Abend nicht vorgestellt. Auch Flick wurde zumindest in Nuancen ungeduldiger, ehe der in der Schlussphase sehr verbesserte Sané in der 78. Minute das 2:0 erzielte. Immerhin. (Jan Christian Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare