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Der Kapitän der deutschen U21: Jonathan Tah.

Deutsche U21

Deutsche U21 startet voller Zuversicht ins Projekt Titelverteidigung

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Seit den Testspielen im März gegen England (2:1) und Frankreich (2:2) ist die U21 total überzeugt von sich.

„Stefan, wink emol“ schallt es durch die die kleine Sportanlage in Natz in Südtirol. Stefan Kuntz winkt prompt von der gegenüberliegenden Seite des Platzes. Die Ausflugsgäste aus der Pfalz erwidern den Gruß der deutschen U 21-Trainers während eines Testspiels gegen eine regionale Auswahl (12:0) mit lautem Jubel. Die kleine Szene aus dem Trainingslager der deutschen U 21-Nationalmannschaft erzählt einiges über die entspannt optimistische Befindlichkeit der Mannschaft und ihres Trainers vor dem Start in die Europameisterschaft in Italien.

Seit Freitag logiert der deutsche U 21-Tross nun in Fagagna in der Region Friaul; an diesem Montag starten die Talente in Udine gegen Dänemark ins Turnier. Deutschland trifft in der Vorrunde auch auf Serbien (20.6.) und Österreich (23.6.), gespielt wird in drei Vierer-Gruppen, nur die jeweiligen Gruppensieger und der beste Zweite kommen ins Halbfinale. Das Erreichen der Semifinals ist das Minimalziel des DFB, denn die besten vier Nationen qualifizieren sich für die olympischen Spiele 2020 in Japan.

Vier Spieler vom EM-Team 2017 noch dabei

Vor zwei Jahren gewannen die deutschen Talente in Polen mit Kuntz die Kontinentalmeisterschaft, von der damaligen Sieger-Auswahl sind in Mahmoud Dahoud (Dortmund), Levin Öztunali (Mainz), Waldemar Anton (Hannover) und Nadiem Amiri (Hoffenheim) noch vier Spieler dabei. „Die Mannschaft vor zwei Jahren war Weltklasse, aber die aktuelle ist auch stark“, sagt Amiri.

Seit den Testspielen im März gegen die mitfavorisierten Engländer (2:1) und Franzosen (2:2) sei die Mannschaft total überzeugt von sich, erzählt der offensive Mittelfeldspieler: „An diese Leistungen gilt es anzuknüpfen, dann wird es schwer, uns zu schlagen.“ Amiri, 22, hat bereits 105 Bundesligaspiele absolviert und ist einer der Hoffnungsträger.

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Kuntz warnt davor, die Vorrundengegner zu unterschätzen. Beim ersten Gegner Dänemark beispielsweise steht in Jacob Bruun Larsen von Borussia Dortmund ein potenzieller Überflieger des Turniers im Team. „Du kannst nicht sagen, wir kommen erst mal rein ins Turnier – das geht nicht“, betont Kuntz.

Speziell in der Offensive sei der Kader vor zwei Jahren individuell „einen Tick besser“ besetzt gewesen. Kuntz meint da vor allem Serge Gnabry, der sich wie die eigentlich noch bei der U 21 spielberechtigten Timo Werner, Leroy Sane und Tim Havertz längst in der A-Mannschaft festgespielt hat. Im Angriff ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem wendigen Luca Waldschmidt (Freiburg), ein kopfballstarker Typ wie 2017 Davie Selke fehlt diesmal. Wuchtige Stürmertypen wie es einst Kuntz oder dessen Amtsvorgänger Horst Hrubesch waren, gibt es im deutschen Nachwuchs nicht mehr oft. Seine Elf werde deshalb versuchen, „mehr über das Spielerische“ den Titel zu verteidigen, sagt Kuntz.

In Kapitän Jonathan Tah (Leverkusen) und Rechtsverteidiger Lukas Klostermann (Leipzig) stießen zuletzt zwei Leistungsträger zum Team, die letzte Woche noch in der A-Auswahl spielten. Im Tor setzt Kuntz auf den Schalker Alexander Nübel, die quälendste Auswahl hat er im Mittelfeld, wo beispielsweise auch Maximilian Eggestein (Bremen) um einen Platz kämpft. Kuntz schürt den Konkurrenzkampf, denn für ihn, der gar schon als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw ins Spiel gebracht wird, zählt nur eins: Der zweite Titel in Serie. Es wäre zweifelsfrei Meilenstein.

Zum Spiel

Deutschland: Nübel (Schalke 04) – Klostermann (RB Leipzig), Baumgartl (VfB Stuttgart), Tah (Bayer Leverkusen), Henrichs (AS Monaco) – Dahoud (Borussia Dortmund), Neuhaus (Borussia Mönchengladbach) – Maximilian Eggestein (Werder Bremen) – Öztunali (1. FSV Mainz 05), Waldschmidt (SC Freiburg), Richter (FC Augsburg).

Dänemark: Iversen (Oldham Athletic) – Kristensen (Ajax Amsterdam), Nelsson (FC Nordsjaelland), Rasmussen (FC Empoli), Poulsen (Borussia Mönchengladbach) – Abildgaard (Aalborg BK), Jensen (Celta Vigo), Billing (Huddersfield Town) – Skov (FC Kopenhagen), Bruun Larsen (Borussia Dortmund) – Wind (FC Kopenhagen).

Schiedsrichter: Grinfeld (Israel)

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