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Will dem Frauenfußball zu mehr Eigenständigkeit verhelfen, doch macht das überhaupt Sinn? Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger.
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Will dem Frauenfußball zu mehr Eigenständigkeit verhelfen, doch macht das überhaupt Sinn? Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger.

KOMMENTAR

Künstlich aufgeblasen

Dass der Fußball-Verband Rheinland jetzt einen Antrag auf Ausgliederung der Frauen-Bundesliga stellt, passt nicht wirklich – richtig durchdacht ist der Vorstoß nicht.

Eines muss man den Streamingdienst Dazn ja lassen: Mag vielen nicht gefallen, welch immenses Portfolio sich der Bezahlkanal einverleibt hat, so betätigt er sich neuerdings auch als echter Aufbauhelfer des Frauenfußballs. Wer am Dienstagabend mal reingezappt hat, um die Live-Übertragungen der Women’s Champions League zwischen der TSG Hoffenheim und KB Höge (5:0) oder des FC Bayern bei Benfica Lissabon (0:0) anzuschauen, der kam nicht umhin: Das war von der Regie und dem Kommentar sehr ordentlich gemacht.

Die jungen Fernsehmacher wissen, dass sie mit ihrem neuesten Angebot kaum neue Kunden gewinnen, die für dieses Produkt bezahlen – deshalb laufen die Spiele die ersten zwei Jahre im Youtube-Kanal kostenlos. Weltweit. Mehr als 90 000 Abrufe für den englischsprachigen, dazu mehr als 40 000 für den deutschsprachigen Livestream der Bayern, fast 300 000 Abrufe gar für das Gruppenspiel zwischen Titelverteidiger FC Barcelona und Arsenal WFC sind zum Start beachtlich. Das Investment zeigt, dass bedeutende Stakeholder, wie es neuerdings gerne heißt, für eine Förderung des Frauenfußballs einstehen.

Seit dieser Saison werden zudem alle Spiele aus der Frauen-Bundesliga für eine Live-Übertragung produziert. Hierfür sind der Deutsche Fußball-Bund und sein Partner, in diesem Fall Magenta Sport unter dem Telekom-Dach, mit einem Millionenbetrag gemeinsam in Vorleistung gegangen. Auch DFB-Pokalspiele sind vermehrt im Live-Angebot, die Länderspiele sowieso. Wer die mediale Präsenz des deutschen Frauenfußballs mit den Bildschirmzeiten im Handball, Basketball oder Volleyball der Frauen vergleicht, stellt fest: Da wird auf hohem Niveau geklagt.

Dass der Fußball-Verband Rheinland jetzt einen Antrag auf Ausgliederung der Frauen-Bundesliga stellt, passt nicht wirklich. Denn richtig durchdacht ist der Vorstoß nicht. Die Schnittstellen in den Unterbau, Nachwuchs, aber auch zur hoffentlich bald wieder erfolgreichen Frauen-Nationalmannschaft mit ihren vielen erfrischenden Gesichtern sind deutlich weicher als bei den Männern. Etwa sind in der Frauen-Bundesliga immer noch ganz viele Amateure am Ball, die plötzlich nicht vom Fußball leben können, nur weil es eine Art Frauen-DFL gibt. Es müsste doch eine Lehre aus dem verpufften Effekt der Frauen-WM 2011 sein, dass es nicht hilft, einen Luftballon künstlich aufzublasen. Das Interesse muss behutsam und gemeinsam von Vereinen und Verbänden – und mit Beteiligung der Spielerinnen und Fans – aufgebaut werden. Dazn zeigt gerade, wie es langfristig funktionieren kann.

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