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Seit drei Jahren FSV-Präsident: Michael Görner. 

Präsident Görner

Krisenerprobter FSV Frankfurt

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Die Fußballer des FSV Frankfurt trainieren derzeit nicht, der Präsident des Viertligisten plädiert derweil für nur für eine Saisonfortführung, sollten auch Fans ins Stadion dürfen.

Michael Görner, Präsident des Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt, hält es für unrealistisch, dass die aktuelle Saison in dieser Spielklasse noch beendet wird. „Ich kann es mir nicht vorstellen, dass dies bei allen Regionalligaklubs umsetzbar ist“, sagt er zu den Maßnahmen, die Vereine aus Liga eins und zwei bewältigen müssten, um theoretisch wieder den Spielbetrieb ohne Fans im Stadion aufnehmen zu können. Insbesondere könne sich Görner nicht vorstellen, dass ausreichend Testkapazitäten auf das Coronavirus zur Verfügung stehen.

Ohnehin plädiert er dafür, dass eine Fortführung der restlichen Runde – 23 von 34 Spieltagen sind erst absolviert – nur mit Publikum stattfinden sollte. „Weil wir die Einnahmen brauchen“, betont Görner. Im Gegensatz zu Profivereinen, die sich hauptsächlich über TV-Verträge und Vermarktung finanzieren, sind Viertligisten deutlich mehr von Eintrittsgeldern abhängig.

Im April vor drei Jahren war Görner zum Präsidenten des FSV berufen worden, nachdem das bisherige Präsidium um Julius Rosenthal und Geschäftsführer Clemens Krüger wegen der schlechten finanziellen Lage von ihren Ämtern zurückgetreten waren. Vergleichen könne man die damalige Situation mit der aktuellen nicht. „2017 war es vielschichtiger und komplexer“, sagt Görner. Nach dem Abstieg aus der dritten Liga habe der FSV keinen Hauptsponsor, keinen Namensgeber fürs Stadion und keine Mannschaft gehabt. Und, nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt, hatte der Fußballsportverein einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens wegen Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Frankfurt gestellt.

Während damals in mühevoller Arbeit über Monate hinweg die Problempunkte abgearbeitet werden konnten, sei nun die Lage „nicht planbar“. Dies trifft für die aktuelle Saison zu und auch für die kommende. „Wir haben talentierten Jugendspielern Angebote gemacht“, sagt Görner zu internen „Hausaufgaben“. Doch mehr als Gespräche würde der Trainer und Sportliche Leiter Thomas Brendel nicht führen können mit Spielern anderer Klubs, „die für uns interessant sind“. Von Sponsoren respektive Partnern, wie Görner es ausdrückt, gebe es „generell ein positives Feedback“. Allerdings müsse der FSV mit Abstrichen rechnen, sagt der 59-Jährige.

Die Mitarbeiter des e.V. und der AG sind seit Mitte März in Kurzarbeit, ein Man nschaftstraining in Kleingruppen geben es nicht. Lediglich Görner, Geschäftsführer Patrick Spengler und auch Brendel seien vor Ort am Bornheimer Hang. „Alles ist safe, alle haben ein eigenes Büro“, sagt Görner.

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