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Kopfarbeiter Philipp Lahm

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Von: Hanna Raif

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Bringt nicht nur gute Laune mit: Philipp Lahm beim VfB Stuttgart.
Bringt nicht nur gute Laune mit: Philipp Lahm beim VfB Stuttgart. © Imago

Wie der Ex-Kapitän des FC Bayern mit seiner Agentur den VfB Stuttgart wieder auf Vordermann bringen will.

Es mag platt sein, die guten alten Zeiten zum Thema zu machen. Aber im Fall des VfB Stuttgart – und der vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern misslichen Lage als Tabellen-15. – bietet es sich mal wieder an. Blickt man auf Bilder, die den jungen Philipp Lahm neben Kevin Kuranyi und Timo Hildebrand zeigen, klingelt es irgendwo ganz hinten im Kopf: Ja, dieser VfB war mal erfolgreich, sehr sogar. Und die Frage, ob und wie der gebeutelte Traditionsverein den Weg zurück in die Erfolgsspur finden kann, umtreibt zahlreiche Protagonisten, die damals auf dem Platz standen. Heute tüfteln sie daneben.

Lahm ist da das beste Beispiel, denn der langjährige Kapitän und Triplesieger mit dem FC Bayern spielt im Verein auf höchster Ebene. Sein Engagement an der Seite von Vorstand Alexander Wehrle und dem Präsidium, die er neben Sami Khedira berät, wurde im September 2022 zeitgleich mit jenem von Christian Gentner verkündet, der die Lizenzspielerabteilung leitet. Und seitdem – das versichern externe Beobachter wie Insider – ist eine Menge passiert. Auch wenn Lahm in Stuttgart nicht allzu oft persönlich vor Ort ist.

Die Sitzungen mit Wehrle und seinem Team finden wöchentlich statt und laufen meist virtuell ab. Sie thematisieren die prekäre sportliche Situation, denken aber deutlich über die Tabellenkonstellation und den Ist-Zustand hinaus. So hat Lahm unter dem Dach seiner mit Berater Roman Grill gegründeten „Philipp Lahm Consulting“ eine Hand voll Leute unter sich, die den VfB bis ins kleinste Detail durchleuchten. Struktur, Führung, Mannschaftsgefüge, Profis: Alles wird analysiert und eingeschätzt. Lahm ist nicht oft im Stadion, sieht aber jedes Spiel des VfB und zieht seine Lehren. Auch mit Trainer Bruno Labbadia steht der 39-Jährige im Austausch – und vertraut dem erfahrenen „Feuerwehrmann“, in diesem Jahr die Klasse zu halten. Für alles, was danach kommt, wäre das essenziell.

Worstcase im Blick

Es ist nur logisch, dass Lahm und sein Team auch den Worstcase – den dritten Abstieg seit 2017 – im Auge haben müssen. An der Grundausrichtung des Projekts aber ändert das nichts. Der ehemalige DFB-Kapitän kennt seine Aufgabe: Empfehlungen geben, die dann umgesetzt werden – oder eben nicht. Er ist da ein wichtiger Mosaikstein im Vorhaben des Vereins, Kompetenzen zu bündeln. Und denkt auch nicht ganz uneigennützig. Denn dass das Projekt nach rund drei Jahren beendet sein soll, steht fest.

Lahm, gleichzeitig Turnierdirektor der EM 2024, entwickelt seine Idee einer externen Hilfestellung für Vereine weiter. Gemeinsam mit Grill will er Objektivität durch Parameter messbar machen, für Geschäftspartner oder aber Investoren könnte das hilfreich sein. Außerdem verfolgt er natürlich ein persönliches Ziel. Im Herbst sagte er: „Mit meiner Beratung will ich dazu beitragen, dass der VfB wieder ein Verein ist, der viel öfter gewinnt als verliert.“ So wie in den guten alten Zeiten.

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