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Joachim Löw wird aufmerksam verfolgen , welche Gegner in der EM-Quali warten.

DFB-Team

Ein komplizierter Akt

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Es ist eine Dienstreise, die Joachim Löw, so ist zumindest zu hören, ziemlich entspannt angeht. Im Convention Center von Dublin werden am Sonntag (12 Uhr) die Gruppen für die EM-Qualifikation 2020 ausgelost. Die deutsche Nationalmannschaft ist in der Fifa-Weltrangliste gerade auf Rang 16 abgerutscht und steckt wegen der mageren Ausbeute in der Nations League auch bei der Uefa nur noch im zweiten Lostopf. Dennoch wird dem Bundestrainer im Umgang mit diesen Fakten eine große Gelassenheit nachgesagt. Sein Motto: Wir sind stark genug, um uns als eines von 24 Teams für die EM-Endrunde in anderthalb Jahren zu qualifizieren.

Es ist eine Dienstreise, die

Joachim Löw

, so ist zumindest zu hören, ziemlich entspannt angeht. Im Convention Center von Dublin werden am Sonntag (12 Uhr) die Gruppen für die EM-Qualifikation 2020 ausgelost. Die deutsche Nationalmannschaft ist in der Fifa-Weltrangliste gerade auf Rang 16 abgerutscht und steckt wegen der mageren Ausbeute in der Nations League auch bei der Uefa nur noch im zweiten Lostopf. Dennoch wird dem Bundestrainer im Umgang mit diesen Fakten eine große Gelassenheit nachgesagt. Sein Motto: Wir sind stark genug, um uns als eines von 24 Teams für die EM-Endrunde in anderthalb Jahren zu qualifizieren.

„Natürlich hätten wir uns für die Auslosung eine andere Konstellation gewünscht, aber wir stellen uns der Situation und nehmen sie an“, teilte Löw in einem Statement mit. Die beiden übergeordneten Ziele für das Jahr 2019 seien klar: „Einerseits junge Spieler an die Nationalmannschaft heranführen und ihnen mehr Verantwortung geben. Wir wollen der Mannschaft sukzessive ein anderes Gesicht geben. Das ist ein Prozess, bei dem wir auch Geduld brauchen. Gleichzeitig wissen wir, dass wir Ergebnisse brauchen, um uns direkt für die EM 2020 zu qualifizieren“. Das EM-Ticket lösen alle Gruppenersten und –zweiten, ganz gleich, ob die DFB-Auswahl in eine Fünfer- oder Sechsergruppen kommt.

Wir wollen ja nicht arrogant sein. Als Test, wo stehen wir wirklich in der Phase des Umbruchs stehen, ist der ein oder andere starke Gegner genau richtig.

Joachim Löw

DFB-Präsident Reinhard Grindel findet es gar nicht so schlecht, dass Deutschland auf Weltmeister Frankreich, Spanien, England, Belgien oder Kroatien treffen kann. „Wir wollen ja nicht arrogant sein. Als Test, wo stehen wir wirklich in der Phase des Umbruchs stehen, ist der ein oder andere starke Gegner genau richtig.“ Und hat ihm Löw nicht schon voreilig versprochen: „Wir werden uns für die Europameisterschaft qualifizieren.“ Das klang tatsächlich fast ein bisschen arrogant.

Der Modus für die Zusammensetzung der Qualifikationsgruppen wirkte noch nie so kompliziert wie diesmal. 

Ein Grund ist, dass die EM 2020 in zwölf verschiedenen Städten von Bilbao, Budapest und Bukarest bis Baku ausgetragen wird. Die fixe Idee, 60 Jahre nach der ersten Austragung mit vier Mannschaften diese Veranstaltung über ganz Europa zu verteilen, stellte der längst geschasste Michel Platini einst 2012 in der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Ungeachtet des Kopfschüttelns im Auditorium brachte der Franzose seinen Plan durch. Da aber unmöglich alle zwölf Teilausrichter automatisch qualifiziert sein können, aber in der Theorie diese Variante durchaus ermöglicht werden soll, kommt es bei der Besetzung der zehn Gruppen schon mal zu einer Einschränkung. England, Deutschland, Irland, Ungarn und Aserbaidschan kommen also nicht in eine gemeinsame Gruppe, weil jedes Land eine Ausrichterstadt stellt.

Eine weitere Begrenzung liefern die politischen Spannungen auf dem Kontinent, so dass Spanien beispielsweise nicht gegen Gibraltar, Bosnien-Herzegowina nicht gegen Kosovo spielen soll. Dazu hat die Uefa erstmals zehn Länder als „Austragungsorte mit hohem oder mittlerem Risiko bezüglich schwerwiegender Wetterverhältnisse“ benannt, von denen auch nur maximal zwei in eine Gruppe dürfen.

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