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Fußballer halten inne. Belgier und Dänen am Donnerstag in Kopenhagen.
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Fußballer halten inne. Belgier und Dänen am Donnerstag in Kopenhagen.

EM 2021

Kommentar zur EM: Empathie gewinnt

  • Günter Klein
    VonGünter Klein
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Die besondere Minute in Kopenhagen mit ihrem Hochamt der Empathie gehört nun genauso zur EM wie die Bestürzung und die Stille vom vergangenen Samstag. Ein Kommentar.

Seit einer Woche läuft die Fußball-Europameisterschaft, und das Urteil über die umstrittene Veranstaltung kann bisher nicht schlecht ausfallen. Trotz der Zweifel, die wir hegen müssen wegen der für die Pandemielage zu hohen Auslastung einiger Stadien (siehe Budapest und Kopenhagen) und des nach wie vor unsinnig anmutenden Kreuz-und-quer-Reisens vieler Mannschaften über den Kontinent – das große Thema ist doch ein anderes geworden: Menschlichkeit.

Danach sah es noch nicht aus, als die Uefa nach dem Zusammenbruch des Dänen Christian Eriksen in einer zugegeben schwierigen Gemengelage einigermaßen gefühlskalt den Gedanken an die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs in den Vordergrund stellte. Sie hat ihren Willen bekommen, doch die Deutungshoheit über das Turnier verloren. Die dänischen Spieler, die sich um ihren Kapitän stellten, und Trainer Hjulmand, der den Zwang zum Weiterspielen klug reflektierte, Eriksens Vereinsmitspieler in anderen Nationalmannschaften wie der Belgier Lukaku – sie haben mit ihrer Empathie den Dachverband gezeigt, wie es gehen sollte. Wenigstens verbiss sich die Uefa nicht in ihre Regularien, als die Teams von Dänemark und Belgien übereinkamen, ihr Spiel in der 10. Minute symbolisch zu unterbrechen und für den gemeinsamen Freund zu applaudieren. Diese besondere Minute in Kopenhagen mit ihrem Hochamt der Empathie gehört nun genauso zur EM wie die Bestürzung und die Stille vom vergangenen Samstag.

Wichtige Zeichen

Diese Geschichte hätte sich nicht so entwickeln können, stellte nicht auch das betroffene Dänemark einen der vielen Austragungsorte. Und so wird das Notkonstrukt des früheren Präsidenten Michel Platini, die EM mangels des einen starken Bewerbers über ganz Europa (mit einem Schlenker nach Asien) zu verteilen, zur glücklichen Fügung – zumindest im Fall Eriksen.

Und die Belgier sind ein Segen für das Turnier – nicht nur sportlich und nicht nur wegen ihres Auftretens in Dänemark. Hängen bleiben wird auch ihr kollektives Niederknien in St. Petersburg, ihre mutige Kundgebung für Menschenrechte in einem Land, in dem sie bisweilen missachtet werden. Nicht zu vergessen: Auch die deutschen Spieler setzen Zeichen. Manuel Neuer trägt die Kapitänsbinde in den Farben des Regenbogens. Er sollte das auch und ganz besonders am Mittwoch gegen Ungarn tun.

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