Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Machtkampf um Fritz Keller

Votum der Ligafürsten - zwei Verlierer beim DFB

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

DFB-Präsident Fritz Keller ist es nie gelungen, sich die nötige Autorität zu verschaffen, um diesem in der Tat schwierigen Amt gerecht zu werden. Ein Kommentar.

Frankfurt am Main - Bisher waren die Vertreter der 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes vor allem als braves Stimmvieh bekannt, das tat, was die da oben ihm vorgaben. Großzügige Überweisungen aus der Frankfurter Verbandszentrale, von denen Amateurvertreter ärmerer Sportarten nur träumen können, stellten die Abgeordneten der Basis halbwegs still.

Inzwischen ist aber eine neue Generation Amateurvertreter als Führungskräfte in die Landesverbände eingezogen, einige kluge Männer sind darunter, die es sich nicht mehr klaglos gefallen lassen, wenn über sie hinweg entschieden wird, die nicht bereit sind, das offenkundige Missmanagement zu akzeptieren und die auch nicht wollen, dass ständig intransparente Deals ausgeheckt werden, die Image und Kassenlage gleichermaßen belasten.

Am Wochenende in einem Tagungshotel in Potsdam haben die Männer, die die Basis vertreten, nicht nur Klartext geredet, sondern auch darauf gedrungen, dass Entscheidungen getroffen werden. Und sie haben ihre Abstimmungsergebnisse, die sowohl Präsident Fritz Keller als auch Generalsekretär Friedrich Curtius zum Rücktritt drängen sollen, sehr transparent veröffentlicht.

DFB im Machtkampf: Aus für Keller und Curtius

Das Resultat spricht, wiewohl nicht einstimmig, eine deutliche Sprache und lässt dem 2019 gewählten Ehrenamtler Keller keinen Türspalt offen, um eine der bedeutendsten Aufgaben im deutschen Sport mit der dazu notwendigen verbandsinternen und gesellschaftlichen Anerkennung fortzusetzen. Dem Gastronomen ist es nie gelungen, sich die nötige Autorität zu verschaffen, um diesem in der Tat schwierigen Amt gerecht zu werden. Ihm wurde aber auch die Unterstützung versagt, als er kritische Fragen hatte.

Rainer Koch (li.) und Fritz Keller. Nach dem Machtkampf beim DFB wird Keller nun wohl seinen Hut nehmen müssen.

Die Situation entwickelte sich zu einem, vor einem erstaunten und angewidertem Publikum öffentlich ausgetragenen, Zwist zwischen Keller und Curtius aus, die den ohnehin wenig gut beleumundeten DFB zusätzlich schadete - und den Streitparteien dazu. Am Ende, das haben die Landes- und Regionalbosse richtig erkannt, durfte es keinen Gewinner dieser beispiellos niveaulosen Auseinandersetzung geben. Es gibt aber zwei Verlierer: Fritz Keller und Friedrich Curtius.

Wahr ist nun aber auch, dass der DFB binnen weniger als zehn Jahren den schon vierten Präsidenten finden muss, zählt man die Interimschefs Reinhard Rauball und Rainer Koch dazu, sogar den sechsten. Es ist eine riesengroße Aufgabe, für die nacheinander Wolfgang Niersbach, Reinhard Grindel und Fritz Keller zu klein waren. (Jan Christian Müller)

Rubriklistenbild: © AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare