Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dass der Kader wegen Corona diesmal 26 Akteure umfasst und nicht 23, wie sonst üblich, macht die Sache für den DFB nicht billiger.
+
Dass der Kader wegen Corona diesmal 26 Akteure umfasst und nicht 23, wie sonst üblich, macht die Sache für den DFB nicht billiger.

Kommentar

400.000-Euro-Rekordprämie: Botschaft des DFB hat mit Demut wenig gemein

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
    schließen

400.000 Euro pro Kopf würde das DFB-Team für den EM-Titel bekommen. Die Botschaft der Mannschaft hat mit Bescheidenheit, Demut und Identifikation wenig gemein. Ein Kommentar.

Um das vorweg klarzustellen: Es gibt eine ganze Menge guter Jungs in der Höhle des Löw. Gerade hat sich Matthias Ginter den Kameraden Serge Gnabry, Timo Werner und Mats Hummels beim Common-Goal-Projekt angeschlossen. Künftig spendet auch Ginter ein Prozent seines Gehalts für die gute Sache.

Ohnehin führt er eine Stiftung für sozial benachteiligte Kinder, genau wie Manuel Neuer. Thomas Müller engagiert sich für trauernde Waisenkinder, Toni Kroos für schwerkranke Kinder, Ilkay Gündogan hat seine Meisterprämie von Manchester City für seinen Heimverein SV Heßler 06 in Gelsenkirchen gespendet, dem damit geholfen wird, einen Kunstrasenplatz zu bauen. Joshua Kimmich und Leon Goretzka haben sich mit Inbrunst in ihr „We kick Corona“-Projekt gestürzt, Hummels hat gerade erst die Schirmherrschaft für den Förderpreis der Robert-Enke-Stiftung übernommen. Die Nationalmannschaft spendete 2,5 Millionen Euro in der Corona-Krise. Das alles ist begrüßenswert.

EM 2021: Rekordprämie bei DFB-Titelgewinn sendet fatale Botschaft

Weniger begrüßenswert ist leider die Tatsache, dass für die EM 2021 eine Rekordprämie ausgeschüttet werden könnte. Es hätte der Verhandlungsgruppe der Nationalspieler gut zu Gesicht gestanden, wenn beim Geschacher mit dem Schatzmeister am Ende nicht 400.000 Euro pro Spieler für den Fall des Titelgewinns herausgekommen wären, sondern bedeutend weniger. Es wäre ein schönes Zeichen der Solidarität gewesen, einen Großteil der opulenten Uefa-Ausschüttungen runter an die Amateure weiterzureichen, statt so viel Geld aufs eigene Konto zu schaufeln.

Dass der Kader wegen Corona diesmal 26 Akteure umfasst und nicht 23, wie sonst üblich, macht die Sache für den DFB nicht billiger. Wie zu hören ist, verzichten die Spieler wohl auf weite Teile der Marketingeinnahmen, die der Verband noch nie öffentlich bekanntgemacht hat. Zudem argumentiert Manager Oliver Bierhoff, habe es diesmal keine EM-Qualifikationsprämie gegeben. Mag ja alles richtig sein, aber es geht hier weniger um Betriebswirtschaft als vielmehr um eine Symbolik der Empathie.

EM 2021: Siegprämie mit hoher Steigerungsrate

Bei der letzten EM 2016 hatte der DFB noch 300.000 Euro Siegprämie pro Kopf ausgelobt, 2018 bei der WM wären es 350.000 Euro geworden. Steigerungsraten von 15 Prozent und mehr sind in Zeiten des pandemischen Minuswachstums unüblich, es sei denn, man betriebe eine Apotheke, eine Maskenfabrik oder einen Testcenter.

Die Botschaft der DFB-Mannschaft hat mit Bescheidenheit, Demut und Identifikation wenig gemein. Bierhoff sagt: „Die Prämie ist mit Sicherheit hoch, aber der DFB würde sie gern bezahlen.“ Nahezu zur gleichen Zeit hat das Bündnis „Rettet die Amateurvereine“ Laut gegeben. Dort ist man der Ansicht: „Die Elite kapselt sich ab. Und wir Amateure fühlen uns abgehängt.“ Corona habe das Gefühl noch einmal verstärkt. Es ist ganz oben offenbar nicht angekommen. Aber es ist ja noch nicht zu spät, eine Reaktion zu zeigen. (Jan Christian Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare