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Ein Sieg zum Abschluss wäre ganz nach dem Geschmack des Mainzer Sportchefs Rouven Schröder.
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Ein Sieg zum Abschluss wäre ganz nach dem Geschmack des Mainzer Sportchefs Rouven Schröder.

Mainz und Bremen

Kollektive Ratlosigkeit

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Mainz und Bremen finden kaum Lösungen im letzten Drittel, daher kommt ein 5:0 wie vor einem Jahr kaum erneut zustande.

Es ist schon erstaunlich, dass Jan-Moritz Lichte auch mit fast genau einem Jahr Abstand keine Gefühlsregung erkennen lassen will. Dabei war der 17. Dezember 2019 eigentlich ein historischer Tag für den FSV Mainz 05. Ein nasskalter Dienstagabend, an dem alle im Weserstadion erwartet hatten, dass der SV Werder den Befreiungsschlag im Abstiegskampf anbringen würde. Doch dann spielten sich allein die Nullfünfer in einen Rausch – und hatten am Ende 5:0 gewonnen. Lichte saß damals als Co-Trainer von Achim Beierlorzer auf der Trainerbank, als die Mainzer Angriffswellen mit dem aufgedrehten Schweden Robin Quaison die Bremer überrollten wie eine Sturmflut den aufgeweichten Weserdeich.

Offensiv war es das Beste, was die Rheinhessen die gesamte Saison anboten. „Ich glaube aber nicht, dass das irgendeinen Anhaltspunkt bietet“, sagt Lichte vor dem Heimspiel gegen Werder (Samstag 15.30 Uhr). Der 40-Jährige ist der Überzeugung, dass es gar keinen aufbauenden Effekt hat, die schönen Bilder von damals vorzuführen. Man könnte noch den 20. Juni dazunehmen, als die Mainzer mit einem verdienten 3:1 am 33. Spieltag gegen Bremen den Klassenerhalt perfekt machten. Lichte indes versichert: „Das müssen wir nicht in Erinnerung rufen.“ Werder habe seinen Spielstil in dieser Saison verändert. „Ich erwarte einen sehr kompakten Gegner, der mit allen Mann tief in der eigenen Hälfte verteidigt.“ Für ein vorgezogenes Feuerwerk wie in Vor-Corona-Zeiten ist Lichte nicht der richtige Trainer.

Es ist schon auffällig, dass der gebürtige Kasselaner komplett anders denkt als Beierlorzer, der nach zwei Spieltagen gehen musste. Defensive Stabilität ist Grundlage des gesamten Handelns geworden, auch wenn das erkennbar zu Lasten der Offensive geht. Die Mainzer haben erst zwölf Tore geschossen, genau eins pro Spiel.

Spiele mit Mainzer Beteiligung sind oft zäh anzusehen, weil kaum Tormöglichkeiten entstehen. Der letzte Pass und die letzte Flanke kommen oft nicht. Die Defensive mit einer Dreierkette und Alexander Hack als zentraler Kopf steht jetzt stabil. Aber die Offensive zu beleben, ist Lichte im Gegenzug nicht gelungen. Sollte der Fußballlehrer, der jetzt empfiehlt, sich mit „mit allem, was man hat, draufzuschmeißen und alles reinzuhauen“, scheitern, dann daran. Aber Rouven Schröder will von einem Endspiel nichts wissen. Man solle nicht anfangen, „bestimmte Punkteabstände zu messen“, sagt der Sportvorstand, der früher für die Bremer arbeitete. Es gehe darum, das Jahr „erfolgreich abzuschließen“ - und dafür gingen „Jan-Moritz und ich vorneweg“.

Mateta zuletzt Ersatz

Nur wohin? Zuletzt ließ Lichte sogar seinen besten Torjäger Jean-Philippe Mateta auf der Bank. Ergebnis: Bei der Nullnummer in Berlin kam kein Schuss aufs Hertha-Tor zustande. Aber die Mainzer sind mit diesen Mängeln nicht alleine. Auch Werder wirkt umso hilfloser, desto näher die Mannschaft ans gegnerische Tor kommt.

Trainer Florian Kohfeldt will erneut kein Spiel mit offenem Visier führen: „Taktisch kann man auch aus dem Dickicht kommen.“ Hört sich nach abwartender Grundausrichtung an, obwohl Werder doch laut seines Trainers „eine Menge zu gewinnen“ hat, denn: „Wenn man an Weihnachten einen Vorsprung von vier bis sechs Punkten auf den Relegationsplatz hätte, wäre das top.“

Überdies hätte er mit einem Sieg auch seinen Frieden mit den beiden Niederlagen aus der Vorsaison gemacht. „Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich diese Spiele emotional nicht ganz wegdrücken kann. Mainz hat uns zweimal extrem wehgetan. Das waren zwei einschneidende Erlebnisse im letzten Jahr.“ So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein.

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