Köln - Wolfsburg

Kölsche Wuchtbrumme

Angreifer Jhon Cordoba hält den 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg in der Erfolgsspur.

Mit Blick auf seinen neuen kongenialen Partner beim 1. FC Köln geriet Mark Uth förmlich ins Schwärmen. „Es ist schon beeindruckend, muss ich ganz ehrlich sagen. Das habe ich so auch noch nicht gesehen“, sagte der Rückkehrer, der immerhin schon in der Nationalmannschaft gespielt hat, über Jhon Cordoba: „Man kann jeden langen Ball auf Jhon spielen – und der macht den dann schon irgendwie fest.“

Beim 3:1 (2:0) gegen den VfL Wolfsburg überzeugte der von Trainer Markus Gisdol als „Maschine“ bezeichnete Cordoba nicht nur als Zweikämpfer und Ballverteiler in der Sturmspitze. Er traf auch zweimal (22./45.+2), das erste Tor wurde dem Kolumbianer von Uth per Freistoß auf den Kopf serviert. Zudem war Jonas Hector (62.) erfolgreich. „Was will man mehr?“, meinte Uth, einst in der Jugend der Kölner ausgebildet und mittlerweile von Schalke 04 ausgeliehen.

In der Tat könnten sich die Kölner diese Frage momentan häufiger stellen. Der verdiente Sieg gegen den harmlosen VfL war der vierte nacheinander, eine solche Serie hatte der FC zuletzt im November/Dezember 2000 hingelegt. Mit nun 20 Punkten hat sich Köln zwar längst noch nicht aller Sorgen entledigt, im Abstiegskampf spricht die Form aber klar für den FC.

Dank Uth – und dank Cordoba. Beiden wird in den nächsten Wochen mit den schwierigen Spielen bei Borussia Dortmund am Freitagabend (20.30 Uhr), gegen den SC Freiburg, bei Borussia Mönchengladbach und gegen Bayern München eine entscheidende Rolle zukommen.

Podolski geht nach Antalya

Uth habe „eine sehr gute Qualität, nicht nur als Vorbereiter. Er hat ein gutes Gefühl für das Spiel – und er hat sich sehr gut eingebracht ins Team“, urteilte Gisdol. Zwar gelang dem 28-Jährigen kein Tor, er war aber an vielen gefährlichen Situationen beteiligt und brachte gefährliche Standards vors Tor.

Und Cordoba? Der Kolumbianer habe gegen Wolfsburg „berauschend gespielt“, sagte der Coach und gab zu: „Ich weiß auch nicht so wirklich, was mit ihm passiert ist. Er ist noch stärker, er ist körperlich unglaublich.“

Tatsächlich ist Cordobas Wandel erstaunlich. Als er 2017 von Mainz nach Köln kam, wirkte er gehemmt und überfordert. Von den Erwartungen und der immens hohen Ablöse von knapp 17 Millionen Euro. Wenig gelang, bei den Anhängern hatte er einen schweren Stand. Heute ist Cordoba der Stürmer Nummer eins – vor Simon Terodde und vor Anthony Modeste.

Torhüter Timo Horn, der nur den Gegentreffer von Renato Steffen (66.) hinnehmen musste, attestierte Cordoba „brutale Qualität“ und meinte: „Wenn man ihn Eins gegen Eins verteidigt, wie das die Wolfsburger gemacht haben, ist das fast unmöglich. Es ist Wahnsinn, was er für eine Wucht hat.“ Trotzdem habe die gesamte Mannschaft „noch Luft nach oben“, sagte Coach Gisdol.

Auch aufgrund der komfortablen Personalsituation im Sturm ist eine Rückkehr von Lukas Podolski kein Thema in Köln. Der 34-Jährige verfolgte das Spiel gegen Wolfsburg zwar auf der Tribüne. Noch am Abend aber machte sich der ehemalige Nationalstürmer auf den Weg in die Türkei, um einen Vertrag bei Antalyaspor zu unterschreiben.

Laut „Express“ wäre Podolski nach drei Jahren in Japan jedoch lieber in seiner alten Heimat geblieben. Demnach habe er der FC-Spitze angeboten, in den nächsten eineinhalb Jahren als Standby-Profi zur Verfügung zu stehen. Die Kölner hätten aber dankend abgelehnt. sid/dpa

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