+
Will hoch: HSV-Trainer Hannes Wolf.

2. Bundesliga

Mit wehendem Umhang

  • schließen

Der Hamburger SV und der 1. FC Köln fühlen sich für die Zweitliga-Rückrunde gewappnet.

In Hamburg denkt man aus Gewohnheit groß, natürlich auch draußen im Volkspark, Stadtteil Altona, wo der Hamburger SV seit Anbeginn der Zeit Fußball spielt. Daran hat auch die laufende Saison nicht viel geändert, die der weltberühmte Klub dummerweise in der zweiten Liga zubringen muss, erstmals in seiner Vereinsgeschichte. Im Winter wechselte nun Berkay Özcan an die Elbe, ein glaubhaften Angaben zufolge ziemlich talentierter Mittelfeldspieler, er kam aus Stuttgart, von der Denke her eine Art Vorort von Hamburg, und gleich bei seiner Präsentation zeigte der 20-Jährige, dass er seiner neuen Aufgabe gewachsen sein könnte. Er sagte: „Ich will Weltmeister werden.“

Weltmeister werden will Özcan allerdings nicht mit dem HSV, sondern mit seinem Land, was aber nicht wesentlich realistischer ist, denn sein Land ist die Türkei. In Hamburg würde er sich mit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga begnügen, zunächst einmal jedenfalls. Jedoch: „Es wird schwer, ich habe es mit Stuttgart erlebt. Der Druck ist beim HSV sicher ähnlich wie beim VfB. Das gehört dazu.“

Wenn die Zweite Liga am Dienstag und Mittwoch mit dem 19. Spieltag in die zweite Saisonhälfte startet, darf eines als fast sicher gelten: Dass nicht nur der Hamburger SV, sondern auch der 1. FC Köln, der andere Bundesliga-Absteiger, mit wehendem Umhang zurück ins Oberhaus strebt. Und in beiden Klubs wird man nicht müde werden, zu behaupten, wie schwer das alles ist in dieser Liga, wie unheimlich mühsam, und wie schwer und mühsam es noch werden wird bis zum Aufstieg. „Wir wollen auf unser höchstes Niveau kommen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass wir es schaffen“, hat Hannes Wolf gesagt, der Trainer des Wintermeisters aus Hamburg: „Wir haben die Qualität unsere Punkte zu holen“, weiß Wolf. „Aber es gibt keine Garantie für etwas.“ Schlendrian sei komplett fehl am Platze, „das dürfen wir nicht zulassen. Es wird in den nächsten viereinhalb Monaten alles noch schärfer werden, die Rückrunde ist immer schwerer.“

Modeste droht mit dem Cas

Die Hamburger bereiten sich auf einen Abnutzungskampf vor gegen all die Darmstadts und Magdeburgs und Sandhausens der Liga, die eher kein Verständnis fürs schöne Spiel mitbringen. Auch beim Effzeh, Tabellenzweiter, will man da lieber nichts dem Zufall überlassen, denn größer als der große Alptraum Abstieg wäre tatsächlich noch der verpasste Wiederaufstieg. Köln hat sich deshalb namhafte Verstärkungen ans Geißbockheim geholt. Aus Schalke kommt Mittelfeldmann Johannes Geis, 25, aus Bremen Flügelspieler Florian Kainz, 26, und irgendwann darf dann vielleicht auch Anthony Modeste, 30, mitmachen.

Im November, kurz vor seiner Rückkehr an den Rhein, hatte der Stürmer bei dem chinesischen Klub Tianjin Quanjian gekündigt. Die Fifa sah allerdings „keinen triftigen Grund“ dafür, weshalb Modeste aktuell noch nicht wieder in Deutschland auflaufen. „Tianjin versucht zu verhindern, dass ich Fußball spielen kann“, schrieb Modeste neulich bei Instagram und kündigte an, er werde vor den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) ziehen, sollte es bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar keine Einigung geben. Er sei Fußballspieler und der Fußball seine Leidenschaft. In den nächsten sechs Monaten nicht zu spielen, sei für ihn „unvorstellbar“, so der Franzose.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion