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Knipser aus dem Teutoburger Wald

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Von: Thomas Kilchenstein

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Voller Einsatz: Fabian Klos (re.) im Duell mit Salif Sane.
Voller Einsatz: Fabian Klos (re.) im Duell mit Salif Sane. © Peter Steffen (dpa)

Stürmer Fabian Klos trifft verlässlich für Arminia Bielefeld - Darmstadt 98 als Menetekel.

Fabian Klos, sagt der Frankfurter Trainer Niko Kovac, kennen seine Spieler vielleicht noch nicht so genau. Er hingegen schon, „eine lebende Legende“ sei der 29 Jahre alte Mittelstürmer des Viertelfinalgegners Arminia Bielefeld, einer, auf den seine Verteidiger schon mal ein Auge haben sollten. Übersehen kann man den kantigen Mann aus Gifhorn eigentlich nicht, 1,94 Meter misst er, dazu hat er einen Körper wie ein Baum.

Kovac wird seinen Verteidigern auch erzählen können, dass Fabian Klos, Spielführer, Torjäger und Publikumsliebling aus Ostwestfalen, derzeit einen richtigen Lauf hat: In den vergangenen sieben Spielen in der zweiten Liga hat Fabian Klos jedes Mal getroffen, zuletzt beim beachtlichen 2:2 bei Hannover 96. Da habe man das gezeigt, was die Elf draufhabe, sagte der Kanten. Klos ist auch der Wortführer der Arminen, ein Mann, der sagt, was er denkt und spricht, wie er spielt, manchmal eckt er damit auch an. Seit 2011 stürmt Klos für die Arminia, er hat in 161 Spielen 74 Tore erzielt, er gehört der Bielefelder „111-Jahre-Elf“ an und hat vor drei Jahren das Tor des Jahres geschossen.

Seine Karriere ist nicht typisch verlaufen. Mit 19 Jahren spielte er für den Kreisligisten SV Meinersen, wo er noch regelmäßiger traf und nach Spielschluss stets ein Kasten Bier in der Kabine stand, eisgekühlt. Dann holte ihn Felix Magath in die zweite Mannschaft des VfL Wolfsburg, schweißnasse Hände habe er gehabt, als er mit dem Meistertrainer im Büro gesessen habe, kaum ein Wort habe er herausgebracht.

Fabian Klos hat alle Höhen und Tiefen der Arminen der vergangenen Jahre mitgemacht, er habe in den sechs Jahren im Teutoburger Wald mehr erlebt als viele Profis in ihrer gesamten Karriere. Noch immer ist der Abstieg in die Dritte Liga in der Relegation gegen den SV Darmstadt 98 präsent. Er selbst war beim Stande von 2:3 ausgewechselt worden, er hielt die Spannung nicht aus, schloss sich in der Kabine ein. Vom 2:4 erfuhr er durch den Teamarzt. „Darmstadt“, sagt Klos, „wird immer zur Lebensgeschichte von Bielefeld gehören.“ Seitdem verfolgt er auch den Weg der Lilien.

Aktuell kämpft die Arminia, zuletzt 2015 in einem Halbfinale (0:4 gegen VfL Wolfsburg), mal wieder um den Klassenerhalt. Deshalb, so Trainer Jürgen Kramny, sei „Aue wichtiger als Frankfurt“. Gegen den Tabellenletzten geht es am nächsten Spieltag. Ins Halbfinale würde der sehr auswärtsschwache Underdog, der RW Essen, Dynamo Dresden und Astoria Waldorf ausgeschaltet hat, aber doch gerne einziehen. Fabian Klos sowieso.

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