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Kniffliges Puzzle bei Borussia Mönchengladbach

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Von: Ingo Durstewitz

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Läuft der Borussia vermutlich weg: Stürmer Marcus Thuram.
Läuft der Borussia vermutlich weg: Stürmer Marcus Thuram. © Andreas Gora/dpa

Was passiert mit Torwart Yann Sommer? Was mit Marcus Thuram und Ramy Bensebaini? Was mit Alassane Plea? Viel Arbeit für Manager Roland Virkus.

Eike Immel, einst Nationaltorwart, später dann Dschungelcamper und, äh, Schlagerbarde, hat sein Urteil gefällt. Es fällt vernichtend aus. Dieser Yann Sommer aus Mönchengladbach, findet Immel, habe nicht die Größe, um in die Fußstapfen eines Manuel Neuers zu treten. Das ist doppeldeutig gemeint. Der Schweizer lebt auf relativ kleinem Fuß, misst 183 Zentimeter. Genau deshalb würde er es auch mit seinen Flugeinlagen übertreiben und aus stinknormalen Abwehrtaten „Weltklasseparaden“ machen. Alles Show. Immel outet sich als Sommer-Gegner: „Ich bin kein Fan von ihm.“

Es ist jetzt nicht so, dass der 34-Jährige deshalb schlaflose Nächte verbringen würde, weshalb auch? Der Nationaltorwart hat seine Klasse über Jahre hinweg nachgewiesen, fast 650 Pflicht- und 80 Länderspiele auf dem Buckel. Das ist kein Zufall. Zufall ist es auch nicht, dass die Bayern ihre Fühler nach ihm ausgestreckt haben, denn Kapitän Neuer ist ja noch eine Weile unpässlich. Blöder Skiunfall.

Fraglich, ob sich der Goalie mit einem Bayern-Wechsel einen Gefallen tun würde. Klar, nicht schlecht für die Vita und ein, zwei oder drei Titel gibt es binnen kurzer Zeit obendrauf, doch im Sommer müsste Sommer wieder ins zweite Glied treten. Denn Neuer genießt ja Heiligenstatus. Und in einem halben Jahr könnte Sommer seinen Stammverein eh verlassen, ablösefrei.

Für Borussia Mönchengladbach könnte freilich nicht nur wegen der Sommer-Personalie eine schwere Zeit anbrechen, denn am Niederrhein muss Manager Roland Virkus mit allerlei Variablen hantieren oder, besser gesagt, mit Unwägbarkeiten umgehen. Denn die Arbeitsverhältnisse mit den Leistungsträger Marcus Thuram und Ramy Bensebaini enden ebenfalls im Juni 2023, Vertragsverlängerung ausgeschlossen. Thuram wird mit Inter Mailand in Verbindung gebracht, Bensebaini ist für die neue Saison mit dem BVB einig, bei Alassane Plea greift zudem eine Ausstiegsklausel.

Was also tun? Gleich verkaufen, noch ein paar Milliönchen schnappen, aber dafür sportliche Leistungsfähigkeit verlieren? Knifflig. Denn Trainer Daniel Farke hat nach der bleiernen Zeit unter Adi Hütter, dem 7,5-Millionen-Euro-Missverständnis, zwar einen Stimmungsumschwung herbeigeführt, aber sportlich keine Trendwende eingeleitet. Das Klassement spuckt die Borussia auf Rang acht aus, sechs Siege, fünf Niederlagen. Riecht nach Mittelmaß und klingt nach viel Arbeit für den Manager. Nicht zu beneiden, der nette Herr Virkus.

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