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Die Entscheidung in Doha: Roberto Firmino bejubelt sein Tor in der Nachspielzeit.

Klub-WM

Katar sieht sich gewappnet

Die Klub-WM dient dem Emirat als Mini-Generalprobe für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022. Alkohol gibt es nur in der Fanzone.

Dieser 18. Dezember war für Katar der wahrscheinlich wichtigste Tag des Jahres. Erst beging das kleine, aber reiche Emirat mit einer Parade und Feuerwerk in der Hauptstadt Doha seinen Nationalfeiertag. Dann lief wenige Kilometer entfernt Champions-League-Sieger FC Liverpool mit dem ägyptischen Superstar Mohamed Salah erstmals bei der Klub-WM in Katar auf – ein weiterer Höhepunkt in der noch nicht so langen Sportgeschichte des Landes.

Der 2:1-Halbfinalsieg des englischen Teams mit seinem deutschen Trainer Jürgen Klopp gegen die mexikanische Mannschaft CF Monterrey gab einen ersten Vorgeschmack auf die WM 2022, die in drei Jahren in Katar ausgetragen wird. Bei der Klub-Weltmeisterschaft mit den Kontinentalmeistern und einem katarischen Team probt das Emirat erstmals den Ernstfall unter Echtbedingungen. Wenn auch viel kleiner als in drei Jahren: sieben Mannschaften statt 32. Ein paar Tausende ausländische Fans statt hunderttausende Besucher. Zwei Stadien statt acht.

Der Auftakt der Klub-WM lief nicht reibungslos. Weil das Education City Stadion nicht rechtzeitig für das Turnier fertig wurde, fiel es als Spielort aus. So müssen in dieser Woche alle Spiele in Dohas Khalifa International Stadion ausgetragen werden, was vor allem bei Klopp für Ärger sorgte, weil er schlechte Platzverhältnisse befürchtete. In Katar angekommen, nahm er seine Kritik jedoch zurück und sprach von „brillanten“ Bedingungen.

Auch ansonsten gibt sich Katar bei der Klub-WM alle Mühe, als guter Gastgeber aufzutreten. Die undurchsichtige Fifa-Vergabe der WM 2022 in das kleine Emirat war vor allem in westlichen Ländern massiv kritisiert worden. Der Gastgeber aber trieb die Vorbereitungen auf das Milliardenprojekt ungehindert voran.

Seit diesem Jahr etwa fährt auf drei Linien die neue Metro, die auch direkt zum Endspielstadion Lusail führt – in führerlosen Waggons mit viel Platz, gepolsterten Sitzen und schnellem Internet. Katar wirbt damit, eine WM mit viel Komfort und kurzen Wegen zu organisieren. Bis auf eine Spielstätte stehen alle Stadien in Doha oder in unmittelbarer Nachbarschaft.

Trotz der Stadion-Panne bei der Klub-WM macht auch der Bau der sieben neuen Arenen Fortschritte. Fast fertig ist etwa das Al-Bayt-Stadion im Norden der Halbinsel, das mitten in der Wüste am Rande der Stadt al-Chaur entsteht und von außen aussieht wie ein riesiges Beduinen-Zelt.

Doch die Frage lautet: Wie wird das kleine Katar mit nicht einmal drei Millionen Einwohnern mit einem der größten Sportereignisse der Welt fertig werden? In dieser Woche feierten Fans des brasilianischen Teams Flamengo in ihren blutrot-schwarzen Trikots in Dohas traditionellem Basaren-Viertel Suk Wakif, friedlich und fröhlich. Doch es waren nur einige Dutzende, nicht Zehntausende.

Während der Spiele der Klub-WM gab es Bilder, die den Organisatoren gar nicht gefielen: Die als besonders fanatisch bekannten Fans von Esperánce Tunis hatten Pyrotechnik ins Stadion geschmuggelt und zündeten diese an. Dicke Rauchwolken zogen über das Spielfeld.

Bei der Stimmung in den WM-Stadien wird viel von den ausländischen Fans abhängen. Katar selbst kennt keine ausgeprägte Fankultur. Bei Liverpools Sieg gegen Monterrey saßen auf den Tribünen viele Fans aus der Region, aber auch aus China mit Trikots und Schals der Roten aus England – für die Stimmung unter den 45 000 Anhängern im nicht ganz ausverkauften Stadion aber sorgte allein der kleine Fanblock der Mexikaner, der 90 Minuten lang unaufhörlich sang.

Auch Bier und anderer Alkohol ist in den Stadien verboten, völlig verzichten müssen Fans darauf aber nicht. Bei der Klub-WM werden in einer Fanzone neben Bier für umgerechnet rund 6,25 Euro pro halbem Liter auch Wein und Cider ausgeschenkt, wenn auch nicht Gin und Whiskey, wie es zunächst auf den Preisschildern stand. (dpa)

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