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Will sich das Spiel gegen Dortmund nicht entgehen lassen: Jean Philippe Gbamin (Mitte).

FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund

Kloppos Lieblingsspiel

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Dem FSV Mainz 05 steht im Heimspiel gegen Spitzenreiter Borussia Dortmund eine prickelnde Aufgabe bevor.

Jürgen Klopp macht keinen Hehl daraus, dass ihn die Bundesliga immer noch brennend interessiert, obwohl sich der Fußballlehrer ja längst auf die Premier League eingelassen hat. Aber seine Wurzeln hat der Trainer des FC Liverpool ja nicht vergessen, und als Klopp nun anlässlich der Verleihung des Mainzer Medienpreises der alten Heimat einen Besuch abstattete, kam auch unweigerlich die Sprache auf das aus seiner Perspektive besonders reizvolle Bundesligaspiel zwischen dem FSV Mainz und Borussia Dortmund (Samstag 15.30 Uhr). „Beide Vereine sind in einem sehr guten Moment“, sagte der 51-Jährige und bemühte sodann ein Gesetz des Fußballs: „Innenpfosten rein, heißt gewinnen. Außenpfosten raus, heißt verlieren, also das wird hochinteressant.“ Seine schneeweißen Zähne blitzten beim Grinsen. 

Der Ex-Trainer beider Vereine, jedem Klub auf seine Weise verbunden, war so klug, sich auf keine Prognose festzulegen. Eines stehe ja fest, wenn in der dieses Mal ausverkauften Arena am Europakreisel angestoßen werde: „Das ist kein Überlebenskampf.“

Im Gegenteil: Der BVB schwebt auf einer Erfolgswelle durch alle Wettbewerbe und thront in der Liga an der Spitze, die Nullfünfer haben sich durch die Siege gegen Bremen (2:1) und Freiburg (3:1) schon den ersten Winterspeck zugelegt. Und was auch noch Mut machen muss: Mit einem 2:1-Erfolg in Dortmund sicherten sich die Rheinhessen in der Vorsaison am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt. Danach begann das Großreinemachen bei den Schwarz-Gelben, die alle Bereiche auf den Prüfstand stellten. Und nun sogar aktuell die Benchmark der Bundesliga bilden.

Probleme unter der Latte

Respekt sei natürlich vorhanden, sagt Trainer Sandro Schwarz, „aber wir haben die Chance, dass was Zählbares hierbleibt“. Das Selbstvertrauen sei in der Länderspielpause nicht abgeflaut. „Wir müssen unseren höchsten Ansprüchen genügen“, meinte der 40-Jährige, der sich neben der prickelnden Aufgabe auch auf eine besondere Atmosphäre freut: „Es ist geil, dass die Hütte voll ist. Wir sind aber dafür verantwortlich, dass uns die Stimmung dann auch trägt.“ Tatsächlich ist in Mainz die Zuschauerzahl weniger dafür verantwortlich als der Spielverlauf: Der leidenschaftlich erkämpfte Sieg gegen Werder etwa bedeutete vor drei Wochen die Wiedergeburt des besonderen Mainz-05-Gefühls. 

Doch Dortmund verfügt über eine hohe individuelle Qualität und den spannendsten Kader der gesamten Liga. Ausgerechnet der ehemalige Mainzer Abdou Diallo, der sich in Windeseile bei den Westfalen zur Abwehrstütze entwickelte, droht mit einer Muskelverletzung auszufallen. Leichte Oberschenkelprobleme auf Mainzer Seite hat der französische U21-Nationaltrainer Jean-Philippe Gbamin, der sich aber ein solches Highlight kaum entgehen lassen wird. Zuletzt war der gegenüber dem Saisonstart deutlich verbesserte Antreiber zweimal erfolgreich. 

Die größte Ungewissheit herrscht beim Gastgeber noch auf der Torwartposition. Robin Zentner plagte ein Magen-Darm-Infekt und konnte deshalb in der Woche nicht trainieren. Der 24-Jährige erwies sich als guter Vertreter des weiter am Knöchel verletzten Florian Müller. „Wir müssen abwarten“, meinte Schwarz, dem noch Jannik Huth und Finn Dahmen als Alternativen blieben. Bekanntlich ist ja auch Ex-Nationaltorhüter René Adler seit Saisonbeginn außer Gefecht, so dass Huth eigentlich nominell als vierte Torhüter-Wahl gezählt werden muss. Was Schwarz allerdings versprechen kann: „Sicher ist, wir laufen am Samstag mit einem Torhüter in die Arena.“ Und der dürfte einiges zu tun bekommen. (mit dpa)

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