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Läuft bei den Reds: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (links) und der dreifache Torschütze Mohamed Salah.

Premier League

Klopp auf der Überholspur

Der FC Liverpool setzt sich dank eines Ausrutschers von Manchester City an die Spitze der Premier League.

Jürgen Klopp war bestens gelaunt. „Im Fußball sieht man nie ein perfektes Spiel“, sagte der Coach nach dem 4:0 (1:0)-Erfolg seines FC Liverpool beim AFC Bournemouth, „aber wenn man sieht, wie es am Ende gelaufen ist, besonders der Spielstand, dann ist es dieses Mal doch perfekt.“ Dass seine Reds den Spieltag als Tabellenführer beenden würden, wusste Klopp da noch nicht. Meister Manchester City kassierte später beim FC Chelsea beim 0:2 (0:1) die erste Saisonniederlage. „Manchmal passiert so was“, nahm es City-Coach Pep Guardiola gelassen. 

Manch einer hatte in England erwartet, dass es Liverpool zuerst erwischt. Jetzt aber ist die Klopp-Elf die einzige Mannschaft, die in der Liga noch ungeschlagen ist. Beim AFC Bournemouth, dem auch ein Eigentor unterlief, war Liverpool-Stürmer Mohamed Salah mit drei Treffern (25./48./77.) der Mann des Spiels. „Er ist einfach brillant“, schwärmte Klopp. Und die Zeitung „Liverpool Echo“ titelte: „Genialer Mohamed Salah macht eine donnernde Ansage im Titelkampf.“ 

Özil zu Inter?

Klopp sagte: „Ich habe schon vor ein paar Jahren gesagt, dass wir unsere eigene Geschichte schreiben müssen. Wir wollen so erfolgreich sein wie möglich. 42 Punkte habe ich normalerweise im April – und jetzt haben wir Dezember. Das ist ein Brett und außergewöhnlich für die Jungs. Sie verdienen die ganze Anerkennung, weil sie wirklich hart dafür arbeiten.“

Doch auch Pep Guardiola war mit seinem Team zufrieden. „Chelsea ist eine gute Mannschaft mit guten Spielern, aber in der ersten Hälfte waren wir überragend“, resümierte er. „Insgesamt waren wir fantastisch. Ich bereue nichts.“ N‘Golo Kanté (45.) und David Luiz (78.) besiegelten an der Stamford Bridge die erste Pleite für Man City nach 13 Siegen und zwei Unentschieden in 15 Ligaspielen. „Wir haben verloren“, sagte Guardiola, „jetzt starten wir erneut.“ Das „two-horse-race“ (Zwei-Pferde-Rennen), wie es in England genannt wird, könnte damit kaum spannender sein. Spitzenreiter Liverpool hat 42 Punkte, der Zweite Manchester City 41 Zähler. Am 3. Januar treffen die Titelkonkurrenten aufeinander.

Mit fünf Punkten Abstand ist Tottenham Hotspur (36 Punkte) nach einem 2:0-Sieg bei Leicester City Dritter. Der FC Chelsea (34) belegt nach dem Achtungserfolg gegen den Meister den vierten Rang. Der Fünftplatzierte FC Arsenal (ebenfalls 34) mühte sich gegen das akut abstiegsgefährdete Huddersfield Town zu einem knappen 1:0 (0:0). Lucas Torreira (83.) erlöste die Gunners per Fallrückzieher. 

Mesut Özil stand wegen Rückenproblemen erneut nicht im Kader. Britische Medien mutmaßten zuletzt, für den deutschen Ex-Nationalspieler sei kein Platz mehr. Die Boulevardpresse spekulierte über einen vorzeitigen Abschied zu Inter Mailand.

Auf Platz sechs, aber mit acht Zählern Rückstand, steht Rekordmeister Manchester United. Gegen den FC Fulham mit dem Ex-Dortmunder André Schürrle siegten die Red Devils 4:1 (3:0). „Wenn es Geschlossenheit im Team gibt und jeder sein Bestes gibt, erreicht man eher positive Dinge“, konstatierte Coach José Mourinho – wohl ein Seitenhieb gegen den französischen Weltmeister Paul Pogba, mit dem sich Mourinho überworfen haben soll und der 90 Minuten auf der Bank blieb.

Ein enttäuschendes Debüt als Trainer des FC Southampton erlebte der frühere RB-Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl. Die Saints, jetzt auf dem vorletzten Tabellenrang, unterlagen bei Aufsteiger Cardiff City mit 0:1. „Es ist schwierig zu akzeptieren, dass wir keinen Punkt geholt haben“, sagte der Österreicher auch angesichts des Patzers von Jannik Vestergaard vor dem Gegentor durch Callum Paterson (74.). „Aber mit solchen Fehlern haben wir es auch nicht verdient.“

Hasenhüttl gab sich dennoch zuversichtlich. „Das, was das Team mir gezeigt hat, hat mich nicht enttäuscht“, sagte er, „aber das sind die Grundlagen. Der Rest kommt in den kommenden Wochen.“ (dpa/sid)

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