Champions League

Klopp schiebt Favoritenrolle gern beiseite

FC Liverpool tritt am Endspielort 2019 an.

Jürgen Klopp wird beim Gedanken an die Rückkehr in das Stadion seines größten Triumphes emotional. „Es ist eine positives Gefühl, wenn wir an den Ort denken“, sagte der deutsche Trainer des FC Liverpool vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League (Dienstag 21.00 Uhr) bei Atletico Madrid. Im Estadio Metropolitano, im Juni 2019 Schauplatz des Champions-League-Gewinns durch ein 2:0 gegen Tottenham Hotspur, soll der Grundstein für den nächsten Klopp-Coup gelegt werden. „Wir pilgern nicht dorthin. Ganz sicher nicht“, betonte der gebürtige Schwabe mit seiner typischen Prise Schalk im Nacken.

Doch trotz der sagenhaften Rekord-Saison in der Premier League mit 25 Siegen aus 26 Begegnungen, sieht Klopp seinen Klub nicht als Favoriten auf den berühmten Henkelpott. „Ich denke nicht an eine Titelverteidigung“, teilte Klopp mit. „Wir dachten auch im letzten Jahr nicht schon früh ans Gewinnen. Wir dachten erst wirklich an den Sieg in der Champions League, als wir im Halbfinale gewonnen hatten.“

Für den 52-Jährigen ist Juventus Turin heißester Anwärter auf den Sieg in der Königsklasse. „Ich würde sagen, sie haben im Moment die stärkste Mannschaft in Europa“, erklärte der frühere Bundesligatrainer. Sein Trainer-Kollege Maurizio Sarri habe „den größten Kader“ zur Verfügung, den er „je im Leben gesehen“ habe. „Ich kann nicht verstehen, warum sie die Serie A nicht mit zehn Punkten Vorsprung anführen.“ Für den Juve-Coach ist das Klopp-Lob jedoch nicht ohne Grund getätigt worden. „Jürgen ist einer der cleversten und lustigsten Menschen, die ich je kennengelernt habe. Er schiebt die Favoritenrolle von sich“, sagte der Italiener. „Jürgen sagte auch, dass er nicht viel italienischen Fußball schaut, das erklärt seine Verwirrung.“

Sarri hat durchaus gute Argumente für seine Aussage. Denn der FC Liverpool holte in der Premier League zuletzt saisonübergreifend 103 von 105 möglichen Punkten. Und mit dem wiedergenesenen Sadio Mané kehrte beim 1:0-Sieg beim Norwich City am Samstag der dritte Angreifer des Super-Trios um Mohamed Salah und Roberto Firmino zurück.

Dazu wartet mit Achtelfinal-Gegner Atletico Madrid um den exzentrischen Trainer Diego Simeone nicht unbedingt das formstärkste Team auf die Engländer. Doch die Rojiblancos hoffen trotz einer der schwächsten Spielzeiten der letzten Jahre auf die Sensation gegen den Favoriten. Immerhin kehren voraussichtlich wichtige Leistungsträger zurück. Die Stürmer Alvaro Morata, Diego Costa und Youngster Joao Felix stehen vor der Rückkehr. Auch Klopp hat Respekt vor dem Tabellenvierten der Primera Division. „Ich bin lange genug dabei um zu wissen, dass alles möglich ist.“ 

dpa/FR

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