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Noch in Mönchengladbach, aber bald in Dortmund: Seitenwechsler Marco Rose.
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Noch in Mönchengladbach, aber bald in Dortmund: Seitenwechsler Marco Rose.

Kommentar

Klopp-Klonim Anflug

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Marco Rose ist ein Versprechen für Borussia Dortmund. Aber es dürfte mit dem BVB-Druck auf dem Kessel nicht leicht werden, das Versprechen auch einzulösen.

Immerhin hat Marco Rose die unerträgliche Zeit des Rumlavierens am Montag beendet. Die letzten Sky-Interviews davor mit Nachfragen nach seiner Zukunft gerieten zum Fremdschämen. Rose versuchte dabei, den Fragesteller schlecht aussehen zu lassen, dabei hatte er selber schlecht ausgesehen. Es war ja längst klar, dass er von der einen Borussia zur anderen Borussia wechseln würde. Jetzt ist es raus.

Den Fußballlehrer sollte es wenig wundern, dass die Mönchengladbacher Fans den bevorstehenden Abgang mit Ausstiegsklausel als Treulosigkeit interpretieren. In einem schönen Umfeld wie dem am Niederrhein ist Roses Akt ein unschöner. Aber einer, der die nicht auf Barmherzigkeit ausgerichteten Usancen im Profifußball nüchtern dokumentiert. Die Vertragsinhalte lassen es halt zu, mitten im gemeinsamen Projekt gegen Gebühr zu gehen. Wer in grenzenloser Naivität vielleicht geglaubt hätte, Corona habe im Geschäft auch nur an einer einzigen Stelle für mehr Demut oder Identifikation gesorgt, wird noch viele Gegenbeispiele präsentiert bekommen.

Marco Rose kann noch froh sein, dass die Anhänger die restlichen Saisonspiele nicht vor Ort erleben dürfen. So muss er sich die Ohren nicht zuhalten. Er wird in Mönchengladbach eine Episode bleiben. Mehr nicht. Klasse gestartet, dann ging die Puste aus. Zuletzt herrschte Stagnation.

Bei seinem neuen Arbeitgeber soll der 44-Jährige alte Kräfte wecken. In Dortmund erinnert man sich schon lange süßsauer an Rose, nachdem dieser den BVB mit RB Salzburg im Frühjahr 2018 mit einer extrem aggressiven und gut geordneten Pressingstrategie aus der Europa League geworfen hatte. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den ebenfalls bei Mainz 05 ausgebildeten Klopp-Klon zu holen. Denn der große Meister selbst ist ja nach wie vor langfristig für den FC Liverpool im Einsatz. Vertrag bis 2024, bei eventuellem vorzeitigen Ausscheiden eher Bundestrainer als BVB-Rückkehr.

Boss Aki Watzke hat nie einen Hehl daraus gemacht, wie sehr er der Zeit mit Kloppo nachtrauert, nicht nur wegen der vielen schönen Stunden beim Fußballgucken auf der Couch. Der Umgang mit Menschen, die Hingabe der Mannschaft im Forechecking und natürlich die beiden Titel 2011 und 2012 hätte Watzke schon gern noch mal erlebt.

Er hat es mit Tuchel probiert, was im Rosenkrieg endete, mit Peter Bosz, was nicht lange hielt, mit Favre, was nie zur echten Liebe wurde, und auch der junge Edin Terzic hatte seine Chance und muss nun irgendwie als Lame Duck über die Ziellinie kriechen – wenn er nicht schon vorher durch die nächste Interimslösung abgelöst wird, die eher nicht Matthias Sammer heißen dürfte. Das Business kennt keine Gnade, wenn es schiefläuft, bist du weg.

Marco Rose hat es bislang gut gemacht, es ging in seiner Trainerkarriere immer aufwärts. Er ist ein Versprechen für Borussia Dortmund. Aber es dürfte mit dem BVB-Druck auf dem Kessel nicht leicht werden, das Versprechen auch einzulösen.

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