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Klein, aber fein

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Von: Frank Hellmann

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Hautnah, friedlich, familiär: So geht Frauenfußball. Foto: dpa
Hautnah, friedlich, familiär: So geht Frauenfußball. Foto: dpa © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Es ist der familiäre Charakter, der im Frauenfußball die Turniere prägt. Ob in den Stadien, auf Straßen oder in Pubs. Ein angenehmer Kontrast zum Männerfußball. Eine Glosse

Es ist der familiäre Charakter, der im Fußball die Frauen-Turniere immer noch prägt. Da begegnen sich in einem Hotel am Grand-Union-Kanal in Brentford plötzlich Nadine Keßler, die aus der Pfalz stammende Abteilungsleiterin Frauenfußball von der Uefa und ihr früherer Trainer Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter beim VfL Wolfsburg morgens beim Frühstück. Beide sind am Samstag von London weiter nach Sheffield gefahren, um sich die EM-Begegnung Schweden gegen Niederlande (1:1) anzuschauen. Mag in England alles größer geworden sein, gilt auch für die Frauen-EM 2022 das Motto: klein, aber fein. Und friedlich.

Das macht Begegnungen wie am Freitagabend im Pub „Express Tavern“ an der Kew Bridge nach dem deutschen Spiel möglich. Während die dänischen Fans etliche Pfund an die Bar trugen, um ihren Frust zu ertränken, stießen neben ihnen der Freund, die Eltern und der Berater einer deutschen Nationalspielerin miteinander an. Am Wochenende hat man sich dann zum Spaziergang und Essen unter freiem Himmel treffen – das Corona-Virus ist halt noch nicht aus der Welt, auch wenn auf der Insel das Tragen von Masken abseits der EM-Stadien ziemlich verpönt scheint.

Ordentliche Quote

Aber irgendwie tut die angstbefreite Atmosphäre auch gut. Die Menschen freuen sich auf die Spiele, auch wenn beispielsweise im St Mary’s Stadium von Southampton beim Gruppenspiel zwischen Norwegen und Nordirland (4:1) rund 20 000 Plätze leer blieben. Luft nach oben ist in England auch bei den Einschaltquoten: 3,7 Millionen bei der BBC und zusätzlich 750 000 über die Streamingdienste sahen das Eröffnungsspiel England gegen Österreich (1:0). Zum Vergleich: Beim WM-Halbfinale 2019 England gegen USA (1:2) fieberten 11,7 Millionen Briten mit. Mehr als die Hälfte aller Fernsehgeräte war damals für die „Lionesses“ angeschaltet. Den gelungen deutschen Auftakt haben im ZDF übrigens 5,95 Millionen geschaut. Ein guter Wert. Aber auch da geht noch mehr. Schon am Dienstag. Gegen Spanien in der ARD, live und zur besten Sendezeit. Könnte erneut gute Unterhaltung für die ganze Familie werden - auch wenn die Beste Fußballerin fehlt, Alexia Putellas, Kreuzbandriss.

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