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Bierdusche für den Retter: Der 1.FC Köln und Coach Friedhelm Funkel feiern den Klassenerhalt.
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Bierdusche für den Retter: Der 1.FC Köln und Coach Friedhelm Funkel feiern den Klassenerhalt.

Köln bleibt erstklassig

Klasse gehalten - Horst Heldt entlassen

  • vonAndreas Morbach
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Friedhelm Funkel hält den 1. FC Köln in der Liga, doch der Geschäftsführer hat seine Zukunft schon hinter sich. Seit Wochen steht er im Mittelpunkt der Kritik.

So furchtbar überraschend war die Freistellung von Horst Heldt beim 1. FC Köln am Sonntagmittag jetzt nicht gekommen, fand auch Horst Heldt, selbst wenn der Zeitpunkt, keine 24 Stunden nach einem rauschhaften 5:1 (4:1)-Sieg im zweiten Relegationsspiel bei Holstein Kiel und dem damit verbundenen Klassenerhalt nicht sehr glücklich gewählt war. Doch den Sport-Geschäftsführer wundert schon lange nichts mehr. „Es würde mich überraschen, wenn mich beim 1. FC Köln noch was überraschen würde“, hat er in den letzten Tagen geunkt.

Denn seit geraumer Zeit steht Horst Heldt in der Kritik. Unabhängig vom abschließenden Offensivfeuerwerk gegen die nach elf Spielen in 37 Tagen völlig ausgelaugten Kieler wird dem gebürtigen Rheinländer vor allem angelastet, nach dem Wechsel von Simon Terodde nach Hamburg und dem Verkauf von Jhon Cordoba an Hertha BSC im Angriff keine leistungsstarken Ergänzungen zu dem verletzungsanfälligen Sebastian Andersson. Doppeltorschütze in Kiel, an Land gezogen zu haben. Zudem habe er zu lange am glücklosen Trainer Markus Gisdol festgehalten. Erst Mitte April hatte Friedhelm Funkel, übernommen. Und seine Mission erfolgreich beendet.

Der 67-Jährige hatte nach seiner Rettungsmission klare Vorstellungen. „Am Sonntag werde ich mit Freunden eine oder zwei Flaschen Wein trinken, lecker essen und das genießen, was wir in Köln gerade zusammen erreicht haben“, kündigte Funkel vor dem Rückflug .

Das Nachsitzen des Geißbockklubs an der Ostsee verfolgte Funkels Nachfolger Steffen Baumgart dort, wo er auch die letzten vier Jahre seines Lebens zugebracht hat: in Paderborn. Vor dem Fernseher erlebte er eine Partie, die symbolisch für die zu Ende gegangene Saison der Kölner stand. „Immer wenn wir mit dem Rücken zur Wand standen“, rekapitulierte Kapitän Jonas Hector, „haben wir solche Spiele abgeliefert wie heute.“ Und Torwart Timo Horn betonte: „Der FC gehört einfach in die Bundesliga. Da haben wir alles daran gesetzt, damit das weiterhin so ist.“ An der Kieler Förde entgingen die beiden Herz-und-Blut-Kölner und ihre Teamkollegen dem Sog hinab in die demnächst mit Bremen, Schalke, Hamburg oder Düsseldorf ungewöhnlich prominent besetzte zweite Liga noch mal. Doch es wird sich einiges ändern müssen rund ums Geißbockheim, damit dort in einem Jahr nicht wieder das große Nägelkauen einsetzt.

Das wegen der Pandemie fehlenden Publikum sei für den Effzeh ein größeres Handicap gewesen als für andere Klubs, sagte Horn. Auch die langen Fehlzeiten wichtiger Akteure wie Hector, Florian Kainz oder Andersson wogen schwer. Doch solche Verletzungsnöte sind kein Kölner Alleinstellungsmerkmal – und die Gründe, warum der Verein den siebten Bundesliga-Abstieg erst auf den letzten Drücker abwenden konnte, sind vielschichtig.

„Wir haben einige knifflige Aufgaben zu lösen, aber das ist ja auch der Reiz“, erklärt der von der zweiten in die erste Liga aufgestiegene Steffen Baumgart gleich tatendurstig. Schwierig bleibt auch die finanzielle Lage des FC. Die Corona-Krise bescherte dem Klub einen Umsatzverlust von über 60 Millionen Euro. Leistungsträger wie Ellyes Skhiri oder Sebastiaan Bornauw dürften bei lukrativen Angeboten kaum zu halten sein.

Ratschläge an die Macher verkniff sich Rentnerretter Funkel dabei zunächst, sagte aber schon: „Es kann gut sein, dass ich mit den Leuten dort in Kontakt bleibe. Ich glaube, ich habe gespürt, was möglicherweise anders gemacht werden muss.“ Kompetenz kann Köln brauchen.

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