Bremen - Düsseldorf

Kippeln am Abgrund

Werder Bremen siegt mit Glück in Düsseldorf.

Die Bremer Erleichterung war groß nach dem ersten Erfolg nach zuvor vier Niederlagen in Serie. „Das ist ein wichtiger Schritt für uns, aber noch kein richtig großer“, sagte Werder-Kapitän Niklas Moisander nach dem hart erkämpften 1:0 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf: „Wir werden alles für den Klassenerhalt geben.“ In der Nachspielzeit hatte der Finne wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte (90.+6). „Wenn er als Kapitän nicht zum Schiri rennen darf, wo soll das hinführen?“, fragte Leonardo Bittencourt rhetorisch: „Spielen wir dann alle mit Mundklappe, dass keiner mehr etwas sagt?“ (Siehe auch Seite S3).

Durch den Erfolg im direkten Duell zieht Werder (17 Punkte) an der Fortuna (15) vorbei auf den Relegationsplatz 16. „Das war unfassbar unglücklich“, sagte Andre Hoffmann: „Es war ein Fünfzig-Fünfzig-Spiel. Leider ist es nicht auf unsere Seite gekippt.“

Der enorm wichtige Treffer für die Gäste fiel durch einen haarsträubenden Fehler des Bundesliga-Debütanten Florian Kastenmeier (67.). Der Düsseldorfer Keeper wurde von Niklas Moisander aus kurzer Distanz angeköpft, der Ball prallte von Kastenmeiers linker Schulter ins Tor.

Werder-Neuzugang Kevin Vogt musste nach einem bösen Zusammenprall mit Bremens Keeper Jiri Pavlenka per Trage vom Platz gebracht werden und wurde mit Verdacht auf eine Nackenverletzung direkt ins Krankenhaus eingeliefert. Am Samstagabend gab Werder zumindest diesbezüglich Entwarnung: Vogt erlitt eine Gehirnerschütterung und bleibt zur Beobachtung zunächst in der Klinik.

Entscheidender Patzer

„Es geht darum, kompakt zu stehen. Wir müssen den Gegner vom Tor weghalten“, hatte Werders Sport-Geschäftsführer Frank Baumann vorab gefordert. Das setzten die Gäste, bei denen Winterneuzugang Vogt die Dreierkette gut organisierte, von Beginn an um. Siegen konnten sie aber nur dank Kastenmeiers verhängnisvollem Patzer. „Keiner wird mit dem Finger auf ihn zeigen“, sagte Fortuna Düsseldorfs Sportvorstand Lutz Pfannenstiel, selbst einst Torwart. Trainer Friedhelm Funkel hatte nach dem kurzfristigen verletzungsbedingten Ausfall des US-Nationaltorhüters Zack Steffen überraschend dem jungen Kastenmeier, 22, vertraut statt dem ehemaligen Stammtorwart Michael Rensing. Pfannenstiel: „Er hat gut trainiert und sich die Chance verdient. “ dpa/sid

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