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Kickers Offenbach: Stresstest bestanden

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Von: Christian Düncher

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Trotz frühem Rückstand: Gegen die zweite Mannschaft aus Hoffenheim konnten die Kickers insgesamt fünfmal jubeln.
Trotz frühem Rückstand: Gegen die zweite Mannschaft aus Hoffenheim konnten die Kickers insgesamt fünfmal jubeln. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Beim OFC ist man nach dem Sieg gegen Hoffenheim II zufrieden. Die Defensive soll aber noch verstärkt werden.

Mit den Grautönen ist das beim Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach so eine Sache. Emotional bewegt man sich oft in den Randgebieten – und hat folglich nach nur zwei Spieltagen bereits beide Extreme erlebt. Während nach der 0:1-Auftaktpleite in Worms einige Fans die Mission Aufstieg bereits für gescheitert erklärt hatten, wurden nach dem 5:2-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim II Parallelen zur Meistersaison 2014/15 gezogen. Auch damals waren die Kickers mit einer Niederlage gestartet (0:3 in Pirmasens), blieben dann aber 29 Spiele in Folge ungeschlagen.

„So machen wir es jetzt auch“, sagte OFC-Vizepräsident Peter Roth kurz nach Abpfiff und grinste. Vereinsboss Joachim Wagner, ebenso wie Roth Fan und finanzieller Förderer zugleich, demonstrierte unterdessen Gelassenheit. Als „gut“ bezeichnete er seine Laune, das sei sie aber auch nach der Auftaktniederlage in Worms gewesen. Man nehmen nicht eine einzige Partie als Maßstab.

Druck durch Rückstand

Das 5:2 gegen Hoffenheim II hatte aber auch beim Vereinsboss Eindruck hinterlassen. „Das war eine sehr schöne Reaktion und spricht für die Mannschaft“, so Wagner. Vor allem, wie das Team mit dem Druck umgegangen sei, der durch den frühen Rückstand nochmals gewachsen war, hatte ihm imponiert. Zumal der Gegner, bei dem neben Ex-Zweitligaprofi Nick Proschwitz unter anderem der 2,5 Millionen Euro teure Zugang der ersten Mannschaft, Finn Ole Becker, zum Einsatz kam, lauter „super ausgebildete Jungs“ in seinen Reihen habe. Wagner ist sich daher nach dem bestanden Stresstest sicher: „Das wird etwas freisetzen.“

Dass der Mannschaft noch vor dem Seitenwechsel die Wende gelang, wirkte in der Tat erlösend. „In der zweiten Hälfte haben alle gekämpft und gekratzt“, stellte Wagner fest. Auch Trainer Alexander Schmidt war „stolz“ auf sein Team, lobte dessen Comeback-Qualitäten. Das Spiel sei aber nur eine „Momentaufnahme“. Er habe „sehr positive“ Sachen gesehen, aber auch noch Luft nach oben. So müsse unter anderem das „Spielvermögen noch besser“ werden. Zudem blieben dem Coach die Probleme in der Defensive nicht verborgen. „Wir hätten das eine oder andere Gegentor mehr kassieren können. Hoffenheim war brandgefährlich mit seinen schnellen Spielern.“

Die Abwehr der Kickers, in den vergangenen zwei Spielzeiten jeweils die beste der Liga, wackelt noch etwas. Vor allem rechts hinten gab es in den ersten zwei Spielen Probleme. Jost Mairose, eigentlich gelernter Mittelfeldspieler, wurde in Worms zur Pause ausgewechselt. Gegen Hoffenheim ereilte Maik Vetter nach unglücklicher Darbietung das gleiche Schicksal. „Wir haben in der Halbzeit eine Sache korrigiert“, die dann „besser gepasst“ habe, erklärte Schmidt, der Dominik Wanner von der linken auf die rechte Seite beorderte, dafür kam links Ronny Marcos zu seinem ersten Saisoneinsatz und überzeugte auf der Position, auf der er seit 2019 unumstritten war.

Der Chefcoach hat die passende Formation in der Viererkette wohl erst mal gefunden: Wanner, Sebastian Zieleniecki, Jayson Breitenbach sowie Marcos. Viel darf dort aktuell aber nicht passieren. Er habe zwar „in der Breite eine gute Truppe“, sagte Schmidt. „Jeder ist wichtig, jeder kann in die Bresche springen.“ Das gilt aber eher für Mittelfeld und Sturm. Der OFC wird daher hinten noch mal nachlegen. Einen Schnellschuss soll es jedoch nicht geben. Bis Ende des Monats ist noch Zeit.

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