Kickers Offenbach

Dank Zugang Bojaj gut dabei

Florent Bojaj – im Spiel gegen Bayern Alzenau ein Matchwinner, der nicht wie einer wirkte.

Im Spiel zwischen Kickers Offenbach und Bayern Alzenau lief am Freitagabend die 72. Minute, als sich der Großteil der nur 100 zugelassenen Fans klatschend von den Sitzen erhob: Applaus für den Matchwinner, der allerdings gar nicht wie einer wirkte. „Er weiß, dass er es besser kann. Das hat man an seiner Reaktion bei der Auswechslung gesehen“, sagte Kickers-Trainer Angelo Barletta über Florent Bojaj, der sein Team mit 3:0 (0:0) gewonnenen Verfolgerduell der Fußball-Regionalliga Südwest per Doppelpack (52., 56.) auf die Siegerstraße gebracht hatte.

Beinahe wäre es gar nicht so weit gekommen. Barletta hatte überlegt, Bojaj zur Pause auszuwechseln, weil er mit dessen Vorstellung bis dahin nicht zufrieden war. Der Coach ließ ihn auf dem Rasen - mit Erfolg. Erst traf Bojaj nach Doppelpass mit Marcell Sobotta zum 1:0, kurz darauf legte er nach Zuspiel von Tunay Deniz das 2:0 nach.

Kein Wunder, dass der 24-jährige Albaner in den obligatorischen Kreis gebeten wurde, den Spieler und Trainer nach jeder Partie bilden. Die Glückwünsche nahm Bojaj widerwillig entgegen. „Trotz der zwei Treffer bin ich mit meiner Leistung nicht zufrieden. Es war nicht mein bestes Spiel“, gab der Zugang auf Englisch zu Protokoll. In der ersten Hälfte habe er nicht seine Qualität gezeigt und ein paar einfache Pässe etwas „sloppy“ (schlampig) gespielt.

Von Balakov gelernt

Da stellt sich fast schon die Frage, zu was dieser junge Mann, der lange im körperbetonten britischen Fußball aktiv war und zuletzt beim bulgarischen Erstligisten Etar Veliko Tarnovo vom einstigen Weltklassefußballer Krassimir Balakov (saß gegen Alzenau als Zuschauer auf der Tribüne) trainiert wurde, noch zu erwarten ist. Bei den Kickers trauen ihm einige zu, durchaus zwei Klassen höher spielen zu können.

Auch Barletta deutete an, dass Bojaj noch weit von der Bestform entfernt ist. „Wir müssen ihm Zeit geben“, sagte der OFC-Trainer. „Er hatte kein Trainingslager, weil er verletzt war.“ Dennoch habe er ihn nach drei kurzeren Einsätzen „gezwungen“, gegen Steinbach durchzuspielen. In Freiburg stand Bojaj anschließend 87 Minuten auf dem Platz. Gegen Alzenau war nun eine Viertelstunde vor Schluss für ihn Feierabend.

„Das steckt ihm alles in den Knochen“, betonte der zufriedene Trainer Barletta, dessen Mannschaft erst am kommenden Freitagabend (19 Uhr) wieder im nächsten Topspiel beim SSV Ulm gefordert ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare