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Kickers-Krise spitzt sich zu

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Von: Jörg Moll

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Frust bei Julian Albrecht, Kickers Offenbach.
Frust bei Julian Albrecht, Kickers Offenbach. © Imago/Eibner

Der Regionalligist kann auch gegen Homburg nicht zu null spielen und verliert nach späten Gegentoren 1:2 - Trainer Schmidt steht auf der Kippe

Nach einem Viertel der Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest ist die Stimmung bei den Offenbacher Kickers endgültig im Keller. Nach dem 1:2 (0:0) gegen den FC Homburg waren überdeutliche „Trainer raus“-Rufe zu hören. Im Spiel noch auffälliger war die Schockstarre nach den beiden späten Gegentoren auf den Rängen. Dass der OFC dabei kräftig mithalf, ist symptomatisch für die Situation, aber eben auch nicht alleine mit Pech zu erklären.

Trainer Alexander Schmidt, Zielscheibe der Enttäuschung des OFC-Anhangs, registrierte die Reaktionen von den Tribünen ernüchtert. „Wer hört so was schon gerne“, meinte der 53-Jährige. Der Bayer, vor der Saison als Nachfolger von Sreto Ristic verpflichtet, der den OFC auf Platz drei und zum Hessenpokalsieg geführt hatte, ist noch immer ein Suchender: in Sachen Taktik, Mannschaftsaufstellung und -einstellung. Zudem steht er wegen der schwachen Auswärtsbilanz (zwei Punkte aus vier Spielen) und missglückter Personalentscheidungen in der Kritik.

OFC-Geschäftsführer Matthias Georg wollte sich zur im Umfeld längst leidenschaftlich geführten Trainerdiskussion am Sonntag nicht äußern, verwies stattdessen darauf, dass am Montag Gespräche anstünden. „Wir werden das aufarbeiten“, betonte er. Auch in der turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung am Abend dürfte die völlig in die falsche Richtung laufende sportliche Entwicklung Thema sein. Elf Punkte aus acht Spielen sind eine Bilanz, die Sorgen bereitet. Der Blick beim OFC wird in den kommenden Wochen nach unten gerichtet werden müssen. Der Tabellenkeller ist deutlich näher als die Spitze, an der der SSV Ulm 1846 bereits elf Punkte enteilt ist. „Wir laufen den eigenen Ansprüchen hinterher“, räumte Georg ein und forderte für die kommenden Wochen: „Wir müssen deutlich stabiler werden.“

Gegen Homburg hatte Schmidt ein „ausgeglichenes Spiel“ gesehen. Allerdings mit klarem Chancenplus für Homburg. Die Kickers kamen über Ansätze nicht hinaus. Auch im zweiten Durchgang tat sich der OFC enorm schwer, zu Chancen zu kommen – und ging doch in Führung. Der eingewechselte Lucas Hermes hatte Jayson Breitenbach bedient (73.). „Die Führung haben wir uns in dieser Phase erarbeitet – und die darfst du einfach nicht mehr hergeben“, kritisierte Georg. „Nach der Führung hatten wir gedacht, dass wir Homburg geknackt haben“, meinte Schmidt. Ein Trugschluss. Denn der OFC demonstrierte erneut, weshalb er in dieser Saison noch nie zu null gespielt hat und kassiert noch zwei Tore (83., 86.). „Wir waren nach der Führung zu passiv“, ärgerte sich Torschütze Breitenbach. Warum das so ist, wird ebenfalls Teil der anstehenden Aufarbeitung sein.

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