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Am Ende nur noch beim Diskutieren mit dem Schiedsrichter kompakt: Borussia Dortmund in München.
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Am Ende nur noch beim Diskutieren mit dem Schiedsrichter kompakt: Borussia Dortmund in München.

Kommentar zum Topspiel

Borussia Dortmund: Keine Eier, fertig aus

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Marco Reus beklagt sich über den Schiedsrichter nach dem 2:4 beim FC Bayern. Doch die wahren Probleme von Borussia Dortmund sind andere. Ein Kommentar.

Es hat in der Vergangenheit allerlei berechtigte Anlässe für Borussia Dortmund gegeben, nach Spielen gegen den FC Bayern einen gewissen Groll gegenüber Schiedsrichtern zu hegen. Mal wurde, wie im Pokalfinale 2014, ein klares Tor für den BVB nicht gegeben (damals gab es bei Hummels´ Treffer noch keine automatisierte Linienüberwachung), mal wurde ein ahndungswürdiges Handspiel im Strafraum glatt übersehen (in der vergangenen Saison das von Boateng), mal dies (kein Rot für Ribery nach Augenstecher gegen Castro im Pokalfinale 2016), mal das (kein Rot für Kimmich nach Tritt mit offenen Sohle auf Sanchos Knöchel im Ligacup 2019).

Sind diese bösen Mächte, die sich seit vielen, vielen Jahrzehnten schon zum „Bayern-Bonus“ zusammengeschlossen haben, auch am Samstagabend wieder unterwegs gewesen?

Blicken wir gemeinsam zurück: Nach dem 2:4 beim Klassiker in München sah man den zuvor im Spiel zunehmend unsichtbareren Marco Reus plötzlich wieder sehr sichtbar vor diversen TV-Kameras. Sein Erregungszustand war fortgeschritten. Der ausgewechselte Kapitän wollte von der Ersatzbank aus gesehen haben, dass Leroy Sané eine halbe Minute vor Bayerns 3:2 kurz vor Schluss in einem Laufduell Emre Can im Mittelfeld regelwidrig umgestoßen habe. „Bei Bayern wär’s gepfiffen worden. Das ist so, fertig aus“, moserte Reus, der Schiedsrichter habe „keine Eier gehabt, da zu pfeifen“.

So sehr wir uns auch freuen, dass rhetorisch glattpolierte Fußballprofis sich bisweilen der guten alten Gossensprache bedienen, die in der Kabine hoffentlich niemals aussterben wird – in diesem Fall erscheint die Entscheidung von Marco Fritz nachvollziehbar. Dass just der körperlich betuchtere Emre Can sich vom ansonsten eher zurückhaltende Zweikampfführung beherzigenden Schmalhans Sané wegdrücken ließ, gehört zur Story: Die Bayern wollten mehr, und die Bayern konnten mehr.

Sie konnten auch deshalb mehr, weil die Borussen in der Schlussphase wie ein Team aus dem Mittelstand der Liga unterwegs waren. Passspiel fand nahezu überhaupt nicht mehr statt, die Dortmunder kamen zunehmend auf mickrigere Ballbesitzzeiten. Fast nur lange Bälle herauszuschlagen, war keine Lösung, die auf diesem Niveau nicht oft bestraft würde. Das haben im Nachklang sowohl die mit dem vermeintlichen Sané-Foul hadernden Dortmunder Reus, Can und Trainer Edin Terzic auch allesamt ehrlich und fair zugegeben.

Terzic hatte Reinier, Morey, die formschwachen Brandt und Bellingham und den völlig überforderten Haaland-Ersatz Steffen Tigges eingewechselt, der praktisch jeden Zweikampf und jedes Luftduell verlor. Dieses Personal erwies sich den anstehenden Aufgaben als nicht gewachsen, das Spiel kippte so immer mehr gegen Dortmund. Die Leistungsunterschiede waren frappierend, auch wenn sich die Gäste tapfer wehrten. Aber Tapferkeit war an diesem Abend zu wenig.

So kommt es, dass der als potenziell erster Bayern-Verfolger in die Saison gestartete BVB inzwischen 16 Punkte einem ja keinesfalls ungestört durch die Spielzeit navigierenden Tabellenführer hinterherschippert und die Planungen für eine Saison ohne Champions League vorantreiben sollte. So kommt es außerdem, dass selbst zwei Tore Vorsprung nach neun Minuten nicht genügen, um am Ende zumindest auf der letzten Rille einen Zähler mit nach Hause zu nehmen. Und so kommt es, ganz nebenbei, dass eher der schon ausgebootete Thomas Müller mit zur EM fahren dürfte als der vom Bundestrainer nie abgeschriebene Marco Reus.

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