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Mehr Schein als Sein? Die deutschen Nationalspieler mit ihre hehren Botschaft gegen Katar.
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Mehr Schein als Sein? Die deutschen Nationalspieler mit ihre hehren Botschaft gegen Katar.

Kommentar

Zusammenarbeit zwischen DFB und Qatar Air wäre ein neuer Tiefpunkt

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der DFB hat sich über viele Jahre hinweg in ein gesellschaftliches Abseits manövriert. Eine Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft aus dem Emirat wäre ein neuer Tiefpunkt. Der Kommentar.

Der Deutsche Fußball-Bund hat sein Image über die vergangenen Monate der Eigendemontage bereits so weit zugrunde gerichtet, dass man annehmen musste: Schlimmer geht nimmer. Die hohen Messlatten an eine moralische Instanz, die im größten Einzelsportverband der Welt unter dem ehemaligen Präsidenten Zwanziger eingezogen worden waren, sind längst gerissen. Zwanziger hat sie selbst am Ende nicht mehr alle überzeugend überquert. Seine Nachfolger - Niersbach, Grindel, Keller - schafften das auch nicht mit der dazu gebotenen Glaubwürdigkeit.

Der DFB hat sich so über viele Jahre hinweg in ein gesellschaftliches Abseits manövriert. Der Tunnelblick der Funktionäre verhinderte, dass ihnen das zeitig bewusst wurde. Inzwischen wird der Verband – zum dritten Mal binnen sechs Jahren – in einer schweren Krise übergangsweise von einer Doppelspitze geführt. Die Interimspräsidenten Koch und Peters spazieren streitend über ein Trümmerfeld, für das sie selbst mitverantwortlich sind. Die Leute im Land haben sich mehrheitlich längst abgewendet, der sportliche Verfall der Nationalmannschaft tut sein übriges.

Im DFB bräuchte es einen kompletten Neuanfang

Um den Selbstzerstörungsmodus endlich abzustellen, bräuchte es einen kompletten Neuanfang. Irgendwie hätten sie das im DFB falsch verstanden, würden sie sich statt der trudelnden Lufthansa künftig Qatar Airways als Partner ins Haus holen. Die Buchhalter im Verband dürfte ein unmoralisches Angebot der vom Emirat gepamperten Fluglinie mit dem isolierten Blick auf die von Corona gebeizte Bilanz zwar in freudige Erregung versetzen – die gesellschaftspolitischen Folgen aber würden verheerend ausfallen.

Es gehört zur professionellen Pflicht der DFB-Marketingabteilung – angeführt vom Ex-Ligamann Holger Blask – jede ernstzunehmende Offerte eines potenziellen Sponsoren dem Präsidium zur Einsicht vorzulegen. Dort sitzt das zuständige Gremium, das abwägen muss, wo das Fressen aufhört und wo die Moral anfängt. Die Situation ist hochsensibel. Eine rein betriebswirtschaftliche Herangehensweise verbietet sich – erst recht vor dem Hintergrund der von Nationalspielern wiederholt zum Ausdruck gebrachten Kritik an den herrschenden Zuständen im Scheichtum.

Klubs wie Schalke 04 (Gazprom) oder Werder Bremen (Wiesenhof) haben es nur unter Schmerzen ausgehalten, dass ihre Werbepartner dem Wertekanon vieler Fans nicht entsprachen. Es mag Zufall sein: Glücklich sind sie mit dem Geld nicht geworden. Vielleicht könnte das als Orientierungshilfe für einen Verband dienen, der gerade desorientiert durch die Fußballwelt stümpert. (Jan Christian Müller)

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