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Zur Pause ausgewechselt: Nationalstürmer Timo Werner (Mitte).

Leipzig - Petersburg

„Kein großes Drama“

Timo Werner verfolgt die Leipziger Aufholjagd gegen St. Petersburg nur auf der Bank – und tritt nun gegen seinen Lieblingsgegner an.

Mit nachdenklicher Miene und leicht schmollend erlebte Timo Werner die Energieleistung seiner Teamkollegen von der Bank aus. Trainer Julian Nagelsmann hatte den Nationalstürmer zur Halbzeit ausgewechselt – so früh wie noch nie seit seinem Amtsantritt bei RB Leipzig. Gesundheitliche Gründe waren es nicht. „Ich weiß nicht, ob die Erkältung noch drin ist, ich war nicht so zufrieden mit der Besetzung der Positionen. Ich hatte das Gefühl, dass Ademola ein bisschen besser im Spiel war von den beiden Spitzen“, sagte Nagelsmann nach dem 2:1-Sieg in der Champions League gegen den russischen Meister Zenit St. Petersburg und der Tabellenführung in der Gruppe G.

Nationalstürmer Werner hat bislang alle zwölf Pflichtspiele beim Fußball-Bundesligisten absolviert. Daher sieht Nagelsmann auch „kein großes Drama, weder für Timo noch für die Zukunft. Er hat fast alles gespielt, viele Tore gemacht. Heute durften mal die anderen treffen, wir haben gewonnen, daher alles in Ordnung“. Der Coach lieferte zudem eine taktische Erklärung: „Mir war klar, dass der Gegner mit der Führung im Rücken sehr kompakt verteidigen wird, da brauchten wir einfach mehr Flanken, das war der Hauptschlüssel in der Pause, dass wir gesagt haben, wir müssen mehr über die Flügelpositionen kommen. Da brauchte ich einfach einen kopfballstarken Stürmer.“ Und mit Werners Sturmkollegen Lookman sei er auch „ein bisschen zufriedener“ gewesen.

Zehn Tore gegen Freiburg

Werners drei von insgesamt 17 RB-Torschüssen waren zu harmlos. Zwar hatte der 23 Jahre alte Nationalspieler zuletzt in der „Sportbild“ die fehlende „letzte Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit“ von RB kritisiert, seine Kollegen machten es ihm gegen die Russen aber beispielhaft vor.

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Erst ging Konrad Laimer nach einem Doppelpass von Marcel Sabitzer in die Tiefe und traf zum Ausgleich (49.), dann sorgte Sabitzer (59.) selbst mit einem sehenswerten Treffer in den Winkel für den 2:1-Endstand. Nach dem „harten Stück Arbeit“, wie Kapitän Willi Orban den Auftritt beim ersten Heimsieg in der Königsklasse beschrieb, geht es nun für RB am Samstag in der Bundesliga (15.30 Uhr) zum SC Freiburg, der als Tabellensechster nur einen Zähler hinter den Leipzigern steht.

„Nicht unbedingt unser Lieblingsgegner auswärts“, sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff zuletzt. Nagelsmann will derartiges Gedankengut aus den Köpfen seiner Jungs bekommen: „Ich will vom schweren Pflaster in Freiburg nichts mehr hören. Die Vergangenheit ist im Fußball völlig unerheblich. Wir sollten nicht so viel drüber nachdenken, ob die Spiele der Vergangenheit dort nicht gut waren, unsere Aufgabe ist es einfach, dort ein gutes Spiel zu machen.“

Die Breisgauer gewannen in der Vorsaison 3:0 und in der Spielzeit 2017/2018 mit 2:1gegen die Sachsen, die allerdings in der eigenen Arena mit 4:1 und im April dieses Jahres mit 2:1 siegten. Auf Freiburg wird sich auch Werner freuen. Denn gegen den Sportclub stand er achtmal mit dem VfB Stuttgart und mit Leipzig in der Startelf, dabei erzielte er zehn Tore. Gegen keinen anderen Verein traf er mehr. (dpa)

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