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Schreibt Geschichte bei der EM 2021: Kasper Schmeichel. afp
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Schreibt Geschichte bei der EM 2021: Kasper Schmeichel. afp

Dänemark

Kaspar und Peter Schmeichel: Wie der Vater, so der Sohn

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Der dänische Nationaltorwart Kasper Schmeichel tritt bei dieser EM in die riesigen Fußstapfen von Papa Peter.

An nicht mehr viel vermag sich Peter Schmeichel nach seinem größten Triumph erinnern. Nicht an die Pokalübergabe, nicht an die Party. „Ich war wie in einem Rausch – und doch völlig nüchtern“, erzählte die dänische Torwartlegende erst kürzlich wieder, als der 57-Jährige auf das EM-Endspiel 1992 zwischen Dänemark und Deutschland (2:0) zurückblickte. Erst als gefühlt alle der damals knapp mehr als fünf Millionen Einwohner am Tag danach „Danish Dynamite“ feierten, setzte das Gedächtnis wieder ein. Er stand als damals weltbester Ballfänger bei der Sause in Kopenhagen in vorderer Reihe, hatte zuvor im alten Ullevi-Stadion von Göteborg eine sagenhafte Siegerparade gegen Jürgen Klinsmann gezeigt, während die deutschen Verlierer stritten, ob Gegenüber Bodo Illgner sich ein bisschen besser hätte spannen können.

Wenn Dänemark nun im EM-Halbfinale gegen England an diesem Mittwoch (21 Uhr/ZDF) im Wembley-Stadion antritt, steht immer noch ein Schmeichel im Tor, der Sohn des Helden von damals. Kasper Schmeichel ist zwar bereits sensationell Meister mit Leicester City 2016 geworden, aber ein EM-Finale wäre fraglos der Karrierehöhepunkt – und würde perfekt in die Familiensaga passen. Eigentlich hasst der 34-Jährige nichts mehr als diesen immer wieder angestellten Vergleich. Wie der Vater, so der Sohn. Er kann es nicht mehr hören. „Mein Nachname war definitiv keine Hilfe“, sagte der in Kopenhagen geborene, aber in England ausgebildete Keeper einmal dem britischen Sender BBC. „Ich habe nie Druck in diesem Sinne gespürt, aber was ich gespürt habe, ist, dass ich beurteilt wurde, sehr früh und sehr schnell.“ Auch Peter Schmeichel sorgte sich zeitweise: „Er ist an jeder Kreuzung mit mir verglichen worden.“ Unfair sei das gewesen.

Doch es gibt nun mal zwischen den Pfosten diese dänische Berührung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dass der Verband am Dienstag erneut Kasper Schmeichel in die Pressekonferenz entsandte, sagt viel über die hohe Wertschätzung eines extrovertierten Führungsspieler, der auch der erste Profi war, der Christian Eriksen nach dessen Herzstillstand im Krankenhaus besuchte. Nationaltrainer Kasper Hjulmand sieht in seinem Schlussmann eine „fantastische Persönlichkeit, er ist sehr extrovertiert, kommuniziert viel mit dem Team.“

Was Mitspieler Christian Nörgaard am Montag in einer Eloge auf einen „big leader“ nur bestätigen konnte: „Er ist unser stärkster Charakter – und einer der besten Keeper der EM.“ Längst hat der 70-fache dänische Nationaltorhüter einen wenig schmeichelhaften Aussetzer am letzten Premier-League-Spieltag weggesteckt, als sich Kasper Schmeichel den Ball gegen die Tottenham Hotspur (2:4) ins eigene Tor faustete, was Leicester um die fast sichere Champions-League-Qualifikation brachte. Dem Nationalteam vermittelt er hingegen entscheidenden Rückhalt: Speziell im Viertelfinale gegen Tschechien (2:1) legte er einige spektakuläre Rettungstaten hin. Das mutige Spiel hat er definitiv vererbt bekommen. Doch ansonsten sieht nicht nur die dänische Tageszeitung „B.T.“ bei diesem Turnier „einen ganz eigenen Schmeichel“.

Emanzipiert von der väterlichen Überfigur, dessen Einfluss auf den dänischen Fußball groß geblieben ist, weil er seit 2004 beim Sender TV3 seine Expertise zu internationalen Spielen abgibt – seinen meinungsfreudigen Ansatz schätzen viele Landsleute. Peter Schmeichel scheut sich nicht mal davor, seinen eigenen Sohn zu kritisieren. Auch Kasper hat mit seiner Jugendliebe Stine Gyldenbrand bereits Kinder, Sohn Max kam 2010 zur Welt. Englische Buchmacher boten bald darauf eine Wette an, dass der einmal wie Papa Kasper und Opa Peter die englische Meisterschaft gewinnt. Wie wäre es noch, schnell darauf zu setzen, dass alle drei Europameister werden?

Schrieb Geschichte bei der EM 1992: Peter Schmeichel. afp

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