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Tristesse pur im Profifußball.
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Tristesse pur im Profifußball.

Bundesliga und Corona

Kartenhaus in Gefahr

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Die Häufung der Corona-Fälle im Profifußball zeigt, dass es mit der Isolation einzelner Profis nicht mehr getan ist. Quarantäne-Trainingslager sind überfällig. Ein Kommentar.

Langsam, aber sicher wird es – allen ausgeklügelten Hygienekonzepten zum Trotz – eng für den professionellen Fußball, sehr eng sogar. Die Corona-Fälle häufen sich, trotz des Lebens in einer Art Blase, jüngst hat es Nationalspieler Serge Gnabry erwischt, dazu gehäuft bei den Zweitligisten Karlsruher SC und SV Sandhausen, bei denen die gesamte Mannschaft für 14 Tage in Quarantäne muss mit der Folge, dass fünf Spiele im deutschen Unterhaus nicht angepfiffen werden. Zuvor hatten sich die Teams von Jahn Regensburg, Hannover 96 und Holstein Kiel für zwei Wochen aus dem Trainings- und Spielbetrieb abmelden müssen.

Dass sich bislang lediglich Zweitligaklubs komplett in Quarantäne zurückziehen mussten und in der ersten Liga lediglich einzelne Profis, mag dem Zufall geschuldet sein. Oder der Tatsache, dass Quarantäne für alle dann verordnet wird, wenn das Gesundheitsamt bei einem positiv getesteten Spieler weitere zwölf Kontaktpersonen mit „höherem Infektionsrisiko“, wie es heißt, ermittelt. Aber natürlich könnte dies jederzeit auch bei einem Erstligisten passieren – allein die TSG Hoffenheim verzeichnet seit November zehn Corona-Fälle, sieben Bayern-Spieler waren positiv getestet, in Leverkusen und Wolfsburg gab es mindestens sechs Fälle. Insgesamt lag die Ansteckungsrate unter den etwa 550 Bundesligaprofis Ende Februar bei zwölf Prozent, die der Gesamtbevölkerung laut RKI bei drei Prozent. Das hat natürlich damit zu tun, dass Fußballer praktisch jeden Tag und immerzu getestet werden.

Würden Gesundheitsämter Quarantäne für alle anordnen, würde dies den ohnehin extrem eng getakteten Terminkalender vollends sprengen. Spielraum gibt es kaum noch, am 22./23. Mai sind beide Bundesligen beendet, anderntags beginnt die Abstellungspflicht für die EM, die ab dem 11. Juni gespielt wird. Der Spielraum wird immer enger.

Die Häufung der Corona-Fälle zeigt ja, dass es mit der Isolation einzelner Profis nicht mehr getan ist. Die Lage für den Profifußball ist durch die deutlich ansteckendere Virusmutationen bedrohlich. Komplettisolationen in der Bundesliga scheinen nur eine Frage der Zeit zu sein, denn die Saison ist in Gefahr. Müsste etwa der FC Bayern für 14 Tage aus dem Spielbetrieb genommen werden, würde das ganze Kartenhaus zusammenbrechen.

Im Grunde gibt es nicht viele Alternativen zu einem, von der DFL bereits angedachten, mehrwöchigen Quarantäne-Trainingslager für die Klubs. Es geht eh nur darum, diese Spielzeit zu retten – die allen Klubs Mindereinnahmen ohnehin von fast eine halbe Milliarde Euro beschert.

Es würde zudem demonstrieren, dass auch die privilegierten Profifußballer ihren Teil zur Eindämmung beitragen – gerade in einer Zeit, da die Daumenschrauben für die Gesellschaft jenseits der Kreidelinien angesichts steigender Inzidenzzahlen angezogen werden.

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