Karlsruher SC

Badische Party am Ballermann

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Der Karlsruher SC kehrt nach zwei Jahren wieder in die Zweite Bundesliga zurück

Schon zehn Minuten vor dem Abpfiff dürfte es den fleißigen Platzordnern langsam gedämmert sein, was gleich auf sie zukommen würde. Ein bisschen eingeschüchtert standen sie da auf der Aschelaufbahn des Stadions von Preußen Münster, den Rücken zum Rasen gekehrt, den Blick Richtung Gästekurve. Dort, zehn Meter entfernt, strahlten ihnen 3000 glückliche Menschen entgegen, die nach Westfalen mitgereisten Anhänger des Karlsruher SC, die den Abpfiff der Drittligapartie und den damit verbundenen Aufstieg ihres Klubs in die Zweite Bundesliga kaum noch erwarten konnten.

Die ersten KSC-Anhänger, jene, die ihrer Begeisterung nicht mehr anders Ausdruck verleihen konnten, kletterten schon den zwei Meter hohen Zaun empor. Sie klatschten, schrieen, jubelten. Als dann ein paar Zeigerumdrehungen später tatsächlich der Abpfiff durchs weite Rund tönte, waren die Ordner zwar perfekt nebeneinander aufgereiht und anfangs auch Willens, niemanden der freudigen Fans auf den Rasen zu lassen, schnell erkannten sie aber doch die Aussichtslosigkeit ihres Unterfangens. Sie öffneten ihre Abwehrkette, die Rasenparty konnte beginnen. Die KSC-Familie feierte nach zwei Jahren in Liga drei, nach dem abschließenden 4:1-Erfolg in Münster schon einen Spieltag vor Saisonende den Aufstieg ins Fußball-Unterhaus.

„Ich bin einfach nur sprachlos“, stammelte KSC-Verteidiger Marco Thiede auf dem Platz ins Reportermikro. Der Karlsruher Sportdirektor Oliver Kreuzer, einst mal bei den Bayern am Ball, fand seine Worte schneller wieder. Er sagte: „Wir haben auch in den schwierigen Phasen die Ruhe bewahrt.“

Adressiert war dieses Lob natürlich an die Spieler, die trotz einiger Formschwankungen immer vom Aufstieg überzeugt schienen, zuvorderst hob Kreuzer aber explizit Alois Schwartz hervor. Der 52-jährige Fußballlehrer, der seit 2017 für die Karlsruher arbeitet, vergangene Saison noch in der Relegation den Aufstieg knapp verpasst hatte, trotzdem aber aus 69 Ligaspielen beeindruckende 135 Punkte holte, hielt in dieser Saison seine Truppe zusammen. „Er ist ein Glücksfall für den Verein. Er kam in einer schwierigen Situation, hat die Mannschaft weiterentwickelt und bekommt den Aufstieg nun als Belohnung“, sagte Kreuzer.

Vor 9745 Zuschauern in Münster war die Partie schnell zugunsten der Gäste entschieden. Torjäger Marvin Pourié (34.), Damian Roßbach (45.+2), Anton Fink (55.) und Martin Röser (57.) trafen für Karlsruhe, Martin Kobylanski (67.) für Münster. Preußens Sandrino Braun sah in der 84. Minute die Gelb-Rote-Karte.

Als die Profis schließlich am Samstagabend um 22.15 Uhr am heimischen Wildparkstadion aus dem Mannschaftsbus stiegen, gaben die feierwütigen Fans den Startschuss für den zweiten Teil der Aufstiegsparty. Mit bengalischen Feuern und Feuerwerk wurden die Profikicker empfangen. „Wir haben uns das verdient“, sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Verdient haben es sich die Profis nach eigener Ansicht auch, dass die Sause am Ballermann fortgesetzt wird. „Wir werden die nächsten Wochen nicht schlafen“, kündigte Marc Lorenz an, der nach Saisonende mit seinen Teamkollegen auf Mallorca weiterfeiern will. (mit dpa)

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