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Sagt, was er will: Friedhelm Funkel, Aufstiegstrainer.
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Sagt, was er will: Friedhelm Funkel, Aufstiegstrainer.

Bundesliga-Kommentar

Kampf dem Maulkorb

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Alles in der Bundesliga unterliegt dem Kontrollwahn. Friedhelm Funkel von Fortuna Düsseldorf interessiert das nicht. Der Kommentar.

Es wäre übertrieben zu behaupten, bei Neuling Fortuna Düsseldorf sei mächtig Feuer unterm Dach. Das ist Quatsch. Dafür ist die Begeisterung nach dem Aufstieg zu groß, und es gibt da ja noch einen Trainer, der zwar nicht zu altern, aber dennoch irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Und der weiß, wie der Hase läuft: Friedhelm Funkel, unverwüstlich und unkaputtbar. Und doch: So ein bisschen hängt der Haussegen schief bei den Fortunen aus dem Rheinland.

Schuld daran ist ein handfester interner Zoff: Klubchef Robert Schäfer kam nämlich auf die gloriose Idee, Spielern, Trainern und irgendwie auch allen anderen eine Art Maulkorb umzulegen oder besser gesagt, sie zu zensieren. Das gesprochene Wort der Protagonisten, so wurden die Medien informiert, solle künftig vor Verschriftlichung immer dem Verein zur Autorisierung vorgelegt werden. Und da ist die Rede nicht von längeren Interviews, die, das ist längst Usus, aber streng genommen nicht mal rechtlich haltbar, vor Veröffentlichung gegengelesen und freigegeben werden. 

Vereine entfernen sich von der Basis

Das passt ins Bild des immer entrückteren Profigeschäfts, wo unter dem Deckmäntelchen der Professionalisierung jede Menge Schabernack getrieben wird. Viele Bundesligisten sind keine Vereine mehr zum Anfassen, sie entfernen sich von der Basis und setzen alles daran, in ihrer Scheinwelt möglichst ungestört leben zu können – die deutsche Nationalmannschaft lässt von der Spitze grüßen. Die Spieler werden angehalten, verbal eher Worthülsen zu produzieren, um nur keine Angriffsflächen zu bieten. Alles unterliegt einem Kontrollwahn.

Aber nicht mit Friedhelm Funkel, dem Bundesliga-Dino. Der 64-Jährige hat sich nie den Mund verbieten lassen, und er hat in all den Jahrzehnten keine von ihm artikulierten Sätze verändern lassen; bei ihm gilt das gesprochene Wort, weil er weiß, was er sagt. Und deshalb hat er jetzt seinem Boss die Stirn geboten und die Journalisten aufgefordert, sich nicht an diese absurde und beschneidende Regelung zu halten: „Ich werde meine Meinung sagen. Und wenn jemand meint, meine Zitate doch noch jemandem vorlegen zu müssen, ist das ganz allein seine Sache.“ Gut gebrüllt. Friedhelm Funkel, ein Mann mit Rückgrat, war schon immer unterschätzt – nicht nur als Trainer.

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