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Da ist das Ding: Kai Havertz reckt den Champions-League-Pokal in den Nachthimmel von Porto.
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Da ist das Ding: Kai Havertz reckt den Champions-League-Pokal in den Nachthimmel von Porto.

Champions League

Havertz schießt Chelsea zum Titel: King Kai

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Mit dem Champions-League-Triumph erfüllt sich Siegtorschütze Kai Havertz einen Kindheitstraum / Auch Nationalmannschaftskollegen Werner und Rüdiger zeigen ihren Wert für Chelsea.

Es gibt Leute, die behaupten, ohne Timo Werner hätte dessen deutscher Spielkamerad beim FC Chelsea, Kai Havertz, nicht zum König der Königsklasse werden können. Und da ist ja auch tatsächlich etwas dran. Werner, der schnelle Sprinter mit dem verschütt gegangenen Torjäger-Gen, machte im genau richtigen Moment den Weg frei für den Kollegen. Der Lauf des früheren Leipzigers auf die linke Seite lockte die Verteidiger von Manchester City auf die falsche Fährte, öffnete überhaupt erst den Raum, in den Mason Mount perfekt passte und Havertz vorstieß. Eine gekonnte Ballannahme des Deutschen, zittrig vorbei am Keeper und rein ins Glück. Die 1:0-Führung im Finale der Champions League nach 43 Minuten, die auch eine knappe Stunde später noch Bestand haben und den Sieg der Londoner mit Trainer Thomas Tuchel bedeuten sollte.

Und die einen Kai Havertz hinterließ, immer noch erst 21, der sein Glück kaum fassen konnte - zumindest nicht in Worte: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung.“ Havertz, geboren in Aachen, als Kind ein Riesenfan der Alemannia, ebenso wie von Ronaldinho, seinem Idol, herzte den Henkelpott, ebenso seine Freundin Sophia. Im TV-Interview dankte er dann noch seinen Eltern für die unzähligen Autofahrten zu Trainings und Spielen in der Kindheit, auch seine Großmutter vergaß er nicht. Danke Mama, danke Papa, danke Oma, danke Welt.

Pep Guardiola vercoacht sich

Seine Emotionen gingen so weit, dass sich das prüde englische Fernsehen in der Nacht mit einem Piep-Ton behelfen musste, weil Havertz im Überschwang der Gefühle die Wörter „Fuck“ und „Fucking“ benutzte. „Entschuldigung fürs Fluchen“, twitterte er später. Nicht ganz ernst gemeint, versteht sich. Abbitte leisten musste der deutsche Nationalspieler an diesem Abend, jenem des zweiten Champions-League-Triumphs in der Geschichte des FC Chelsea, ganz sicher nicht. Er machte ein starkes Spiel, nicht nur wegen des Treffers. Das Londoner Offensivtrio bestehend aus Havertz, Werner und Mount bereitet der von City-Startrainer Pep Guardiola seltsamerweise umstrukturierten Defensive große Schwierigkeiten, was letztlich entscheidend war für den Ausgang der sehenswerten Partie.

Guardiola also hatte den deutschen Manchester-Profi Ilkay Gündogan, der zum zweiten Mal nach 2013 mit Dortmund ein Finale in der Königsklasse verlor, nicht wie sonst ins offensive Mittelfeld beordert, sondern vor die Abwehr auf die Sechs. Rodri, die eigentliche Stammbesetzung für den Abräumerposten, saß erstaunlicherweise auf der Bank. Ein Schachzug, der nicht aufging, Guardiola hat sich vercoacht, was ihm hinterher zu Recht viel Kritik einbrachte – so was war ihm schließlich nicht das erste Mal passiert, dieses viel zu starke Durchdenken des manchmal doch so simplen Fußballspiels. „Gündogan war sehr gut“, betonte Guardiola dennoch. Ein schwacher Trost. Bundestrainer Joachim Löw jedenfalls will den 30-Jährigen nun „wieder aufbauen“.

Timo Werner: „Deswegen wurden wir gekauft“

Bei Havertz, Werner und dem im Endspiel bockstarken Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger, dem Mann mit der Maske, ist Aufbauarbeit nicht erforderlich. „Dass Kai mit seinem Treffer das Finale für den FC Chelsea entschieden hat, ist eine märchenhafte Geschichte und zeigt seine enorme Qualität“, sagte Löw. Der „großartige Erfolg“ von Porto werde die Spieler „noch einmal stärken“. Timo Werner tat kund: „Deswegen sind wir hergekommen, deswegen wurden wir gekauft, um genau solche Momente zu erleben.“

Einen Startelfplatz in der DFB-Auswahl haben sowohl Werner als auch Havertz für die EM freilich nicht sicher, Rüdiger schon eher. Zu unbeständig hatten sich die beiden Offensivleute in der abgelaufenen Saison präsentiert. Werner vergab reihenweise guter Chancen, auch im Königsklassenfinale wieder. Havertz kam aufgrund von Verletzungsproblemen und einer Corona-Zwangspause erst nach der Ankunft von Trainer Tuchel langsam in Fahrt. Das 80-Millionen-Euro-Preisschild hemmte ihn. Nun also die Befreiung, oder wie es Chelseas Kapitän Cesar Azpilicueta sagte: „Kai hat es verdient. Der Kerl wird ein Superstar. Ach, er ist schon einer. Er hat uns die Champions League geschenkt.“ mit dpa/sid

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