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Kasper Dolberg (rechts) trifft zum 2:0 für Dänemark gegen Tschechien.
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Kasper Dolberg (rechts) trifft zum 2:0 für Dänemark gegen Tschechien.

Dänemark im Halbfinale

Juwelen im Fuß

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Pierre-Emile Höjbjerg führt Dänemark auf eine emotionale Reise durch das EM-Turnier und ein bisschen durch die Vergangenheit

Knapp zehn Minuten nach dem dänischen Führungstor hat sich Pierre-Emile Höjbjerg hinten rechts den Ball geschnappt und den wahrscheinlich längsten Pass der EM geschlagen. 70, 80 Meter waren es bestimmt, und er kam sogar an. Der so auf die Reise geschickte Mikkel Damsgaard brachte den Ball unter Kontrolle, aber nicht im Tor unter. Ein Tor hätte dieses Juwel an Pass allemal verdient gehabt. Höjbjerg, nach dem Aus von Christian Eriksen der dänische Spielmacher, spielt ohnehin ein klasse Turnier, drei Vorlagen in fünf Spielen sind ein guter Wert. Längst hat der 25-Jährige verschmerzt, dass er im ersten, vom Drama um Eriksen aber völlig überschatteten Gruppenspiel gegen Finnland (0:1) einen Strafstoß verschossen hatte.

Eine Torbeteiligung jetzt beim 2:1 (2:0)-Erfolg im Viertelfinale gegen Tschechien war dem gebürtigen Kopenhagener – Vater Däne, Mutter Französin – zwar nicht vergönnt, das Spiel prägte er dennoch. Als das Halbfinale dann geschafft, in dem Dänemark am Mittwoch gegen England spielt, weinte der dynamische Mittelfeldspieler hemmungslos auf dem Rasen. Thomas Delaney nahm ihn tröstend in den Arm. Das ist gerade alles sehr emotional bei den Dänen. Es ist das erste Halbfinale seit 1992, damals gewannen die Skandinavier den Titel – im Finale gegen Deutschland. Auch damals belastete ein persönlicher Schicksalsschlag das Team: Die sechsjährige Tochter von Kim Vilfort, seinerzeit Schütze des entscheidenden 2:0, litt an Leukämie, ein paar Tage nach dem Titelgewinn erlag sie der heimtückischen Krankheit.

Am Samstag hatte Trainer Kasper Hjulmand die Bedeutung der Partie vor dem Anpfiff deutlich gemacht. Dies sei „eine Chance“, betonte der dänische Coach, „die wir vielleicht nie wieder bekommen“. Sie haben sie genutzt. „Fantastisch“, schwärmte Delaney. „So cool.“ Natürlich hatten die Dänen auch Glück. Die Ecke, die zum 1;0 durch den Dortmunder führte, hätte es nicht geben dürfen, das schöne herauskombinierte 2:0 durch Kasper Dolberg (42.) fiel zum psychologisch besten Zeitpunkt. Patrik Schicks Treffer zum Anschluss (49.) reicht nur für ihn, um zum bisher führenden Cristiano Ronaldo in der Torjägerliste aufzurücken, aber nicht mehr zum Ausgleich für die Tschechen.

Wie der nächste Gegner tickt, weiß Höjbjerg sehr genau: Seit fünf Jahren spielt er in England, erst beim FC Southampton unter Ralph Hasenhüttl, seit 2020 bei Tottenham, ohnehin spielen sieben Dänen in England. Auf der Insel hat sich Höjbjerg durchgesetzt, sein Vertrag in London läuft bis 2025, sein aktueller Transferwert liegt bei 35 Millionen Euro.

Und doch ist das derselbe Höjbjerg, der sich in der Bundesliga nicht durchsetzen konnte, vermutlich war er noch nicht reif. Mit 17 kam er von Bröndby IF zum FC Bayern, bald wurde er gewogen und für zu leicht befunden. Ausleihen folgten, erst FC Augsburg, dann Schalke 04, 56 Bundesligaspiele stehen zu Buche, zwei Tore nur, und tiefe Fußspuren hat er nicht hinterlassen. Anders als bei der EM.

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