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Julian Nagelsmann sieht Weltklasse

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Von: Hanna Raif

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Wurde von Julian Nagelsmann (rechts)) nur eingewechselt: s Sadio Mané.
Wurde von Julian Nagelsmann (rechts)) nur eingewechselt: s Sadio Mané. © afp

Der FC Bayern zeigt sich in Hoffenheim bestens gerüstet fürs Gastspiel beim FC Barcelona. Eric Maxim Choupo-Moting und Jamals Musiala treffen und überragen.

Der Blick auf die Tribüne verhieß nichts Gutes. Hätte man am Samstag in Sinsheim 90 Minuten ausschließlich Oliver Kahn beobachtet, hätte man meinen können, der FC Bayern hat wenig bis gar nichts zustande gebracht. Auch von Hasan Salihamidzic, der bei den Treffern von Jamal Musiala (18.) und Eric Maxim Choupo-Moting (38.) neben ihm aufsprang, ließ sich der Bayern-Boss nicht anstecken. Er saß da und blickte skeptisch auf den Rasen. Dabei hatte das Team wirklich alles getan, um sich selbst und auch den Chefs zu beweisen, dass die Leistungskurve stetig nach oben zeigt. Oder wie Julian Nagelsmann betonte: „Das war zum Teil Weltklasse.“

Top Zweikampfquote

Der Trainer meinte damit vor allem die ersten 35 Minuten der Partie, in denen die Bayern eine Zweikampfquote von 71 Prozent auswiesen, „außergewöhnlich gut und sehr gierig“ waren. Dass der Rekordmeister danach zehn weniger souveräne Minuten überstehen musste und nach dem Seitenwechsel ein paar Gänge runterschaltete, war dem 35-Jährigen zwar nicht entgangen – er legte aber auch diese Phasen nicht negativ aus. Von einer „sehr reifen und erwachsenen Leistung“ sprach der Coach, obwohl das Spiel „vom Kopf her“ nicht einfach gewesen sei. Aus sieben Spielen seit der Länderspielpause stehen sechs Siege und ein Unentschieden, Torverhältnis: 27:6.

„Man kann schon von einem Flow sprechen“, sagte Leon Goretzka mit Blick auf die vergangenen Wochen, in denen die Bayern immer gefestigter wirkten. Zwar sei „die breite Brust nie verschwunden“, betonte der Nationalspieler: „Aber wir haben in den letzten Wochen schon deutlich konsequenter gespielt.“ Brauchte die Angriffsreihe beispielsweise in den vier sieglosen Saisonspielen noch im Schnitt 23 Torschüsse für ein Erfolgserlebnis, sind es jetzt nur noch knapp sieben. Dass hinten wieder die Null stand, sprach Abwehrchef Matthijs de Ligt der gesamten Mannschaft zu („ein Kompliment“). Ersatzkeeper Sven Ulreich, der sein Team in Abwesenheit von Manuel Neuer mit zwei starken Paraden in Front hielt, unterstrich aber, was offensichtlich war: „Wir haben zur Zeit eine starke Abwehr, die in richtig guter Form ist.“

Wer sich den Blick auf die Tabelle gespart hat, kann vor dem Ausflug zum FC Barcelona unter der Woche von einer schönen heilen Bayern-Welt sprechen. Goretzka aber wies schon rund 20 Stunden vor der Partie von Union Berlin beim VfL Bochum darauf hin, „dass wir immer noch nicht Erster sind.“ Er führte aus: „Wenn wir ein Spiel verlieren, sieht es gleich wieder schlecht aus. Deshalb müssen wir dranbleiben.“ Hinter jedem Spiel stecke „viel Arbeit. Und wir dürfen nicht aufhören damit.“

Müller wieder fit

Das hat auch niemand vor, vor allem nicht im Camp Nou. In diesem „supergeilen Spiel“ werde man „alles tun, um zu gewinnen“ (Goretzka). Mit welchem Personal die Bayern die Reise antreten werden, ist noch nicht final geklärt. Entwarnung gab Nagelsmann bei Kingsley Coman, der nach einem Pferdekuss ausgewechselt wurde. Thomas Müller hingegen trainierte am Sonntag nach Magen-Darm-Virus wieder. Die Bestbesetzung soll auflaufen, denn auch wenn das Achtelfinale nach vier Siegen aus vier Spielen schon sicher ist, geht es noch um den Gruppensieg. Außerdem hat Nagelsmann auch das Prinzip seines Vereins inzwischen sehr gut verstanden.

Bevor der Bus aus Sinsheim losrollte, sagte er: „Bei Bayern musst du einfach gewinnen, dann ist alles super.“ Immerhin: Nach Abpfiff klatschte auch Kahn in die Hände. Ein einziges Mal.

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