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Leitwölfe: Kimmich und Müller. Foto: AFP
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Leitwölfe: Kimmich und Müller.

Nationalmannschaft

Joshua Kimmichs „stärkster Muskel“

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Das ZDF zeigt ein eindrucksvoll intensives Porträt des Bayernprofis und Nationalspielers.

Fußball-Nationalspieler lassen Medien selten ganz nah an sicher ran, von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Den Filmemachern Jan Mendelin und Lars Ruthemann ist es über mehr als ein halbes Jahrzehnt hinweg gelungen, Joshua Kimmich auf seinem Weg vom Einwechselspieler bei RB Leipzig zur Führungskraft bei Bayern München zu begleiten. Zwei sehenswerte halbstündige Filme wurden bereits im vergangenen Jahr im ZDF ausgestrahlt, es folgt am Samstagabend um 23 Uhr auf dem Sendeplatz des Sportstudios ein einstündiges, eindrucksvolles Porträt des Nationalspielers.

Der Titel „Sein Weg in die Weltklasse“ ist dabei zu bescheiden gewählt. Denn die intensive Dokumentation geht weit über den Sport hinaus tief ins Private hinein.

Mendelin und Ruthemann zeigen einen aufgeweckten Burschen als 14-jährigen Stuttgarter Internatsschüler, um den die Mutter beim Abschied weinte, sie begleiten Kimmich als Patient des ehemaligen Stabhochspringers Tim Lobinger, als Partner einer selbstbewussten Freundin und Vater eines zweijährigen Sohnes und einer gerade erst geborenen Tochter.

Und sie lassen Menschen sprechen, die den Mittelfeldspieler schon lange kennen. Bundestrainer Joachim Löw etwa, der sich mit dem Zeigefinger an den Kopf tippt und sagt: „Das hier oben ist Joshuas stärkster Muskel.“ Oder Bayern-Sportchef Hasan Salihamidzic, der sicher ist: „Er hat das Zeug, Weltfußballer zu werden.“ Oder Kumpel und Mitspieler Serge Gnabry, der weiß: „Joshua ist einer, der die Dinge klar anspricht, auch wenn sie wehtun.“ Wie unlängst im Spiel gegen Dänemark, als er Leroy Sané zurechtwies. Oder seinen Jugendtrainer Alexander Zorniger, der dem kleinen Kerl den frühen Sprung aus der zweiten Liga in Leipzig zu den Bayern nicht zugetraut hatte.

„Haben Leute enttäuscht“

Porträtiert wird ein sehr ehrgeiziger, intelligenter und emphatischer 26-Jähriger, der über den Fußballplatz hinausdenkt, seinen Stolz auf ein 1,6er Abitur und sein Engagement gemeinsam mit Leon Goretzka in der von den beiden Bayernprofis initiierten Initiative „We kick Corona“ nicht verhehlt. Und der sich auch gut hätte vorstellen können, als Lehrer an einer Schule zu arbeiten, ein Ziel, das er nach wie vor nicht aus den Augen verloren hat. „Es würde mich nach meiner Karriere reizen, anderen Menschen dabei zu helfen, eine gute Entwicklung zu nehmen.“

Am Ende schlägt der Film den Bogen zur Aktualität. Kimmich sitzt in einer alten Fabrikhalle und sagt mit Blick auf die bevorstehende EM 2021: „In letzter Zeit haben wir die Leute enttäuscht.“ Sein Ziel sei es umso mehr, Europameister zu werden. „Jetzt sind wir gefragt.“ Joshua Kimmich sieht dabei nicht so aus, als ob er keine Antworten wüsste.

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